Vorfall auf Flydubai-Flug – Netanjahu und Modi würdigen angegriffenen Piloten als Helden

Nach der Gewalttat auf einem Flug nach Tel Aviv haben politische Würdenträger den mutmasslich von seinem Kollegen angegriffenen Piloten gewürdigt.
«Er ist ein wahrer Held», teilte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Abend auf X mit. Trotz schwerer Stichverletzungen habe der indische Flugkapitän Widerstand geleistet, die Cockpittür geöffnet und es Passagieren ermöglicht, den Angreifer zu überwältigen.
Netanjahu traf am Flughafen von Tel Aviv einen Passagier, der ins Cockpit eingedrungen war. Der US-Sender CNN veröffentlichte ein Video des Treffens, in dem Yaniv Hayun in blutverschmierter Kleidung schildert, wie er und andere den Angreifer gestoppt hätten. Als er ins Cockpit kam, sei der Angreifer an Bordinstrumenten zugange gewesen – Hayun vermutete, dass der Mann das Flugzeug unbrauchbar machen wollte.
Hayun sagte, er habe den Angreifer in den Würgegriff genommen und aus dem Cockpit gezerrt. Danach – das Flugzeug war zu dieser Zeit im Sturzflug – habe er im Cockpit die Steuerung ergriffen und begonnen, die Hebel zurückzuziehen, dann habe ein Pilot übernommen. Auf die Frage, woher er gewusst habe, was er tun sollte, verwies Hayun auf eine TV-Dokuserie über Flugunfälle.
Indiens Premier Narendra Modi schrieb auf X, Indien sei stolz auf den Piloten. «Angesichts grösster Gefahr und trotz schwerer Verletzungen bewies er immensen Mut und unerschütterliche Entschlossenheit, das Leben anderer zu schützen», betonte Modi. Mit seinem heldenhaften Einsatz habe er dazu beigetragen, eine grosse Tragödie abzuwenden.
Die indische Botschaft in Saudi-Arabien, wo das Flugzeug notgelandet war, gab am Abend bekannt, der Zustand des Piloten sei stabil.
Nach Angaben Netanjahus wurde der Angreifer festgenommen und von den saudi-arabischen Sicherheitsbehörden befragt. Die zuständigen Behörden in dem Golfstaat äusserten sich zunächst nicht zu dem Geschehen.
Der Flug der emiratischen Gesellschaft Flydubai war am Mittwoch auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als es zu der Auseinandersetzung im Cockpit kam. Israels Regierung geht von einem versuchten dschihadistischen Terroranschlag aus – wichtige Fragen sind aber noch offen.
Nach früheren Aussagen Netanjahus hatte einer der beiden Piloten auf seinen Kollegen eingestochen, als die Maschine sich am Morgen Israel näherte. Er habe offenbar vorgehabt, das Flugzeug mit den Passagieren zum Absturz zu bringen.
Nach übereinstimmenden Berichten war die Maschine in einen Sturzflug geraten. Nachdem der mutmassliche Angreifer überwältigt war, konnte das Flugzeug in Saudi-Arabien notlanden – eine zweite Besatzung, die in der Kabine mitreiste, übernahm das Steuer.
Gesicherte Angaben zum Motiv des mutmasslichen Angreifers gibt es bislang nicht – auch was genau seine Absicht war, ist noch nicht geklärt.
UNO-Generalsekretär António Guterres verurteilte jeglichen Akt, der das Leben von Zivilisten und die Sicherheit der zivilen Luftfahrt gefährde, teilte er über seinen Sprecher mit. Er sei erleichtert, dass eine Tragödie verhindert worden sei.
Deutschlands Aussenminister Johann Wadephul zeigte sich nach einem Telefonat mit seinem israelischen Kollegen Gideon Saar ebenfalls erleichtert, «dass die versuchte Entführung und womöglich noch weit Schlimmeres verhindert werden konnte». Nun müssten die Hintergründe schnell und vollständig aufgeklärt werden.
Flydubai teilte mit, dass die Flüge von und nach Israel ausgesetzt werden, solange die Untersuchungen andauerten.
Tagesschau kompakt, 30.9.2029, 12:45 Uhr ; agenturen/lehl;widb
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