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Tuesday, October 20, 2026

«Ich habe während des Franz-Unterrichts nach Labels gesucht»

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  • Im Französischunterricht googelte Yaëlzoë Plattenlabels – und sicherte sich so ihren ersten Vertrag.
  • Die Zürcher Indie-Pop-Sängerin startete ihre Karriere mit sechs Jahren bei einem spontanen Bühneneinsatz.
  • Am 11. Dezember tritt sie im Exil in Zürich auf; ihre EP folgt im Frühling 2027.

Mit sechs Jahren stand die Indie-Pop-Sängerin Yaëlzoë (26) zum ersten Mal auf der Bühne. Weil die Solostimme im Schulchor krankheitsbedingt ausfiel, musste sie spontan einspringen. Bis dahin wusste nicht einmal ihre Mutter von ihrem musikalischen Talent. Es war der Moment, in dem Yael spürte: «Ich kann das, und den Leuten gefällt es, wenn ich singe.»

Mittlerweile hat sie über zehn Singles veröffentlicht und steht regelmässig auf der Bühne. Im Interview mit 20 Minuten spricht sie über ihre Kindheit, ihren Weg zur Musik und die Hürden des Schweizer Musikbusiness.

Aufgewachsen ist Yaël Zoë im Zürcher Seefeld. Dieses Umfeld inspirierte sie und gab ihr eine Ausgangslage für ihre spätere Karriere: «Es gibt viele Musikerinnen und Musiker, die aus dem Seefeld kommen, zum Beispiel Faber. Am Seefeld-Fest traten immer inspirierende Künstlerinnen und Künstler auf.» Dort aufzuwachsen sieht sie als Privileg.

Zehn Jahre spielte Yael im Kindesalter Geige.

Zehn Jahre spielte Yael im Kindesalter Geige.Yael Zoe

«Ich hab während dem Unterricht nach Labels gesucht»

In ihrer Kindheit spielte sie zehn Jahre Geige, dann lernte sie Gitarre, um mit ihrer Schwester Faye Taylor-Swift-Songs zu covern. «Ich glaube, so habe ich wirklich angefangen, meine Identität als Musikerin zu entwickeln.» Als Teenager ging Yael an ein Talent-Casting in der Schule und performte wenig später mit ihrer ersten Band. «Anfangs habe ich nur Covers gesungen.» Ziemlich schnell wurde ihr klar: «Vielleicht könnte ich auch selber etwas schreiben.»

Im Französischunterricht googelte sie Plattenlabels, die sie in der Schweiz unter Vertrag nehmen könnten. Ihre erste Demo, die «wirklich nicht sehr gut aufgenommen war», schickte sie an zahlreiche Labels. «Es haben sich tatsächlich ein paar gemeldet», erzählt sie, «auch ein Label, mit dem ich dann die nächsten paar Jahre zusammengearbeitet habe.»

Das frustriert sie am Schweizer Publikum

Yaels Songs schreibt sie immer selbst, da ist sie sehr klassisch. Daher fiel es ihr in der Vergangenheit schwer, mit Kritik umzugehen. «Es fühlte sich so an, als würde jemand das, was ich erlebte, kritisieren. Jetzt habe ich gelernt, dass es andere Komponenten gibt, die einen Song gut machen.»

Zudem sei sie sehr lyrikorientiert, was ein aktives Hören erfordere. «Das ist etwas, was mich sehr frustriert. Ich habe das Gefühl, dass die Leute in der Schweiz nicht wirklich auf die englischen Songtexte achten. Wenn ich auf Schweizerdeutsch singe, ist es etwas ganz anderes.»

Einen Song hat sie bereits in Mundart geschrieben. Wenn sie «Pinguhämd» live spielt, sei das Publikum plötzlich sehr aktiv und engagiert, verrät sie 20 Minuten. Auf die Frage, wieso sie nicht ganz auf Schweizerdeutsch wechselt, antwortet Yael: «Weil ich zweisprachig aufgewachsen bin und Englisch eine Sprache ist, in der ich mich besser ausdrücken kann. Ich habe das Gefühl, ich kann alles sagen, wenn ich auf Englisch spreche.»

Ihr nächstes Konzert findet am 11. Dezember im Exil in Zürich statt. «Dann darf ich für meine gute Freundin Jamila ihre erste Headline-Show eröffnen.» Im Frühling 2027 wird ihre EP rauskommen, daraufhin sei eine Tour in Deutschland geplant. Mehr kann sie noch nicht verraten.

Was denkst du über den Weg von der Schule ins Musikbusiness, wie ihn Yaëlzoë beschrieben hat?

Stella Regenscheit

Stella Regenscheit (str), arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist Praktikantin im People-Ressort.

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