Jetzt muss der singende Busfahrer schweigen

- Die Hamburger Hochbahn hat Busfahrer Harry Willhöft (62) verboten, während der Arbeit zu singen.
- Grund sind Beschwerden von Fahrgästen – nicht alle freuten sich über die musikalische Begleitung.
- Bonbons verteilen und seinen weissen Plüschbären mitbringen darf Willhöft weiterhin.
Wer heute Bus fährt, hat oft Kopfhörer in oder auf den Ohren oder schaut aufs Handy. In Hamburg kam die Musik bisher direkt aus der Fahrerkabine. Harry Willhöft sang während der Fahrt gerne für seine Fahrgäste. Jetzt ist aber Schluss damit.
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Die Hamburger Hochbahn hat dem 62-Jährigen verboten, während der Arbeit zu singen. Grund dafür sind Beschwerden von Fahrgästen, wie die «Süddeutsche Zeitung» berichtet. Nicht alle hätten sich über die musikalische Begleitung gefreut. Die Hochbahn begründet den Entscheid mit Rücksichtnahme und gegenseitigem Respekt im öffentlichen Raum.
Seit 34 Jahren hinter dem Steuer
Für Willhöft dürfte das eine ziemliche Umstellung sein. Seit 34 Jahren fährt er Bus in Hamburg und ist dort längst für seine auffällige und gut gelaunte Art bekannt. Bei ihm gehörte während der Fahrt auch mal ein Lied dazu. Über die Jahre wurde der singende Busfahrer so zu einem kleinen Hamburger Original.
Besonders gerne sang er Klassiker wie «Mendocino», «Auf der Reeperbahn nachts um halb eins» oder «Moskau, Moskau». Seine Auftritte blieben nicht nur den Menschen in seinem Bus vorbehalten. Willhöft postet seine Gesangseinlagen auch auf Instagram und Tiktok. Dort folgen ihm mittlerweile Tausende Menschen.
Das Singverbot bedeutet allerdings nicht, dass die Hochbahn mit Willhöfts Art grundsätzlich ein Problem hat. Gemäss der «Süddeutschen Zeitung» bezeichnet sie ihn als «aussergewöhnlichen Mitarbeiter» und hebt seine «offene Art» hervor. Beim Singen zieht das Unternehmen nun aber eine Grenze. Im öffentlichen Verkehr sollen sich alle Fahrgäste wohlfühlen – auch jene, die ihre Busfahrt lieber ohne Live-Musik verbringen.
Verbot sorgt für Diskussionen
Auch auf Social Media sorgt das Singverbot für Reaktionen. Unter einem Beitrag äussern sich mehrere Nutzerinnen und Nutzer kritisch zum Entscheid. Eine Person schreibt, es sei traurig, jemandem etwas zu nehmen, womit er vielen Menschen «ein Lächeln schenkt». Eine andere findet, dass ein wenig «Glück im Alltag» offenbar zum Störfaktor werde. Manche Reaktionen fallen noch deutlich schärfer aus.
Wie findest du es, wenn Busfahrer während der Fahrt singen?
Ganz zurückhalten muss sich Willhöft künftig trotzdem nicht. Bonbons darf er laut der «Süddeutschen Zeitung» weiterhin an seine Fahrgäste verteilen. Auch sein weisser Plüschbär, der ihn zuletzt bei der Arbeit begleitete, kann weiterhin neben ihm Platz nehmen. Ein bisschen Harry bleibt den Hamburger Fahrgästen also erhalten – nur musikalisch dürfte es auf seinen Fahrten künftig ruhiger werden.
Was Willhöft selbst vom Verbot hält, ist bislang nicht bekannt. Öffentlich geäussert hat er sich dazu bisher nicht.
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