Bewohner in Angst: Riesige Giftspinne krabbelt auch in Häuser

- In Österreich sind dieses Jahr bereits 45 Taranteln gemeldet worden – die Hauptsaison beginnt erst jetzt.
- Die Männchen sind auf Partnersuche und verirren sich dabei in Garagen, Gärten und Häuser.
- Die Schwarzbäuchige Tarantel kommt auch in der Schweiz vor, am Südrand der Alpen.
Jetzt beginnt ihre Hauptsaison: In Österreich sind dieses Jahr bis Anfang September bereits 45 Taranteln gemeldet worden – 32 Schwarzbäuchige und 13 Südrussische. Das sagt Naturschutzbund-Expertin Carolina Trcka-Rojas zum Portal «5 Minuten».
Und es dürften noch deutlich mehr werden. «Die Südrussische Tarantel bekommt ihr Sichtungshoch nahe menschlicher Siedlungen meist erst Mitte September bis Mitte Oktober», so Trcka-Rojas. Der Grund für die Wanderschaft: Die Männchen sind auf Partnersuche und verirren sich dabei in Garagen, Gärten oder Häuser. Die Weibchen suchen ein Winterquartier.
Bis zu sieben Zentimeter Beinspannweite
Die Südrussische Tarantel (Lycosa singoriensis) ist die grösste Spinnenart Mitteleuropas: bis zu dreieinhalb Zentimeter Körperlänge, bis zu sieben Zentimeter Beinspannweite. Der Anblick ist furchteinflössend – gefährlich ist das Tier für Menschen aber nicht. Die Spinne kann zwar beissen und produziert Gift, Fachleute vergleichen den Biss von Schmerz und Gefahr her mit einem Wespenstich.
In Österreich reichen die bekannten Vorkommen vom Burgenland an der ungarischen Grenze bis ins Weinviertel an der tschechischen Grenze. Dass sich die Art ausbreitet, führen Fachleute auf den Klimawandel zurück.
Und in der Schweiz?
Die Südrussische Tarantel ist hierzulande nicht bekannt. Ihre Verwandte, die Schwarzbäuchige Tarantel (Hogna radiata), kommt laut der Spinnendatenbank des Naturhistorischen Museums Bern in der Schweiz aber vor – am Südrand der Alpen, wo die Art die Nordgrenze ihres Verbreitungsgebiets erreicht. Sie bevorzugt warme, trockene Lebensräume. Die Weibchen werden bis 25 Millimeter lang, die Männchen bis 18 Millimeter.
Wer in Österreich eine der beiden Spinnen sieht, soll sie mit Foto über die Plattform naturbeobachtung.at melden. Fachleute bestimmen die Tiere anschliessend. Der Tipp der Expertin: möglichst nah, möglichst scharf und aus mehreren Winkeln fotografieren.
Wie reagierst du, wenn du eine grosse Spinne im Haus entdeckst?
Du weisst von einem Tier in Not?
Hier findest du Hilfe:
Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)
Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)
GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)
Tierquälerei:
Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
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