25 Liter Regen in nur 6 Minuten – Alarmstufe Rot auf Korsika

- Das Département Haute-Corse auf Korsika hat wegen heftiger Unwetter die Warnstufe Rot ausgerufen.
- Innerhalb von 24 Stunden fielen 416 Millimeter Regen, dazu zählte Keraunos mehr als 11’000 Blitze.
- Auch in Gard und Bouches-du-Rhône gibt es Überschwemmungen, in Saint-Mitre-les-Remparts wurde eine Person tot gefunden.
Das Département Haute-Corse im Norden der Mittelmeerinsel Korsika steht unter der höchsten Unwetterwarnstufe Rot. Am Dienstagmorgen fielen dort innerhalb von nur sechs Minuten 25 Millimeter Regen – das entspricht 25 Litern pro Quadratmeter.
Das auf Gewitter und Tornados spezialisierte Observatorium Keraunos registrierte zwischen 6 Uhr und Mittag mehr als 11’000 Blitze, darunter 3400 Blitzeinschläge am Boden. Besonders schwer betroffen war demnach die Gemeinde Solaro: Allein dort wurden laut Keraunos mehr als 1500 Einschläge verzeichnet.
Fluss Rhôny trat über die Ufer
Innerhalb von 24 Stunden fielen insgesamt 416 Millimeter Regen, wie BFMTV berichtet. Davon seien 189 Millimeter allein am Dienstag zwischen 10 und 11 Uhr gefallen. Météo-France bestätigte kurz vor Mittag aussergewöhnlich hohe Niederschlagsintensitäten von stellenweise mehr als 100 Millimetern pro Stunde. Im Süden des Départements könnten die Regenmengen 500 Millimeter übersteigen. Im übrigen rot gewarnten Gebiet würden Werte zwischen 200 und 300 Millimetern erwartet.
Auch im südfranzösischen Département Gard kam es zu Überschwemmungen. Der Fluss Rhôny trat über die Ufer und überflutete Strassen. In Clarensac sprach die Gemeindeverwaltung von «schweren Beeinträchtigungen» des Strassennetzes. Die Autobahn A9 war wegen des Unwetters zeitweise gesperrt.
Eine Person tot aufgefunden
Die Feuerwehr im Département Bouches-du-Rhône meldete mehrere Rettungs- und Sicherungseinsätze in den Gebieten Côte Bleue, Étang de Berre und im Norden des Départements. In Saint-Mitre-les-Remparts fanden Rettungskräfte nach einer umfangreichen Suchaktion eine Person tot auf.
In der Nacht auf Dienstag und am Morgen wurden mehr als 200 Einsätze verzeichnet. Besonders stark betroffen waren laut Feuerwehr die Gemeinden Saint-Chamas, Châteauneuf-les-Martigues und Saint-Mitre-les-Remparts. Wegen Überschwemmungen waren zudem Abpumparbeiten nötig.
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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