Neuer Fifa-Wettbewerb soll Milliarden Zuschauer begeistern

Darum gehts
- Länder mit rund 2 Milliarden Einwohnern erhalten mit dem Fifa Asean Cup mehr internationale Sichtbarkeit.
- Die Fifa richtet den Wettbewerb gemeinsam mit der Asean aus und nutzt dafür ein offizielles Länderspielfenster.
- Gastgeber Indonesien strebt den Titel an und setzt dabei auch auf Talente aus der rund 9 Millionen grossen Diaspora im Ausland.
Fifa-Präsident Gianni Infantino steht insbesondere in Europa in der Kritik. Gleichzeitig organisiert die Fifa mit dem Asean Cup einen neuen Wettbewerb für Nationalteams aus Südostasien und eingeladene Mannschaften.
Die erste Ausgabe des Turniers findet vom 24. September bis 5. Oktober statt. Teilnehmen werden Länder mit insgesamt rund 2 Milliarden Einwohnern. Gespielt wird um einen neu geschaffenen Pokal.
Mehr Sichtbarkeit in der Region
Die Fifa richtet den Wettbewerb gemeinsam mit der Asean aus, dem Verband Südostasiatischer Nationen. Ziel ist es, den Teams der Region mehr internationale Spiele und Aufmerksamkeit zu verschaffen. Die Hauptdivision wird in Indonesien ausgetragen, die «Challenge»-Division in Hongkong.
Der Fifa Asean Cup ist nicht mit der Asean Championship zu verwechseln. Er findet während eines offiziellen Fifa-Länderspielfensters statt. Die Clubs sind deshalb verpflichtet, ihre Nationalspieler freizustellen.
Für Indonesien als Gastgeber ist dies von Bedeutung. «Wir kennen die asiatische Zone: Sie gehört nicht zu den wettbewerbsfähigsten, wie wir bei der letzten Weltmeisterschaft gesehen haben. Aber sie bietet auch Perspektiven», sagt César Meylan, Leistungsdirektor der indonesischen Nationalmannschaft. Die «Merah Putih» werden auch «die Roten und Weissen» genannt.
Perspektive für junge Spieler
Laut Meylan hat Indonesien in den vergangenen drei Jahren verstärkt Spieler mit indonesischen Wurzeln gesucht. «Es geht nicht um Einbürgerungen wie in Vietnam mit Brasilianern, sondern um Spieler mit indonesischer Herkunft, etwa aus den Niederlanden oder Australien», sagt er.
Indonesien hat mehr als 280 Millionen Einwohner und ist damit das viertbevölkerungsreichste Land der Welt. Das Land war früher eine niederländische Kolonie und hiess Niederländisch-Ostindien. Zudem lebt eine indonesische Diaspora von rund 9 Millionen Menschen im Ausland.
«Wir wollen junge, talentierte Spieler gewinnen», sagt der 46-jährige Meylan. Als Beispiel nennt er Mitchell Baker von der Georgetown University in den USA. Der 19-jährige Mittelstürmer ist 1,92 Meter gross. Im Sommer kam er viermal für Indonesien zum Einsatz und erzielte vier Tore. Weitere mögliche Spieler sind laut Meylan in der A-League, in England und in den Niederlanden aktiv.
Gewichtsverlust während dem Spiel
Neben der sportlichen Integration spielt auch das Klima eine Rolle. «Vor ihrer Ankunft schicken wir den Spielern ein Programm zur Anpassung an die Hitze», sagt Meylan. Dieses umfasst dreimal pro Woche 25 bis 30 Minuten in Sauna oder Whirlpool. Damit soll das Blutplasmavolumen erhöht werden.
Während der Spiele setzt das Team auf Kühlwesten, kalte Handtücher und Energydrinks mit Crushed Ice. Auch die Flüssigkeitszufuhr und die Rehydrierung nach den Partien werden berücksichtigt. «Die Spieler können pro Spiel bis zu 3 Kilo verlieren», sagt Meylan.
Grünflachen sind begrenzt
Auch die heimische Liga entwickelt sich weiter. «Der Verband hat Ambitionen und stellt Mittel bereit. Uns fehlen die Ressourcen für unsere Arbeit nicht», sagt Meylan. Bei Infrastruktur und Trainingsplätzen gebe es jedoch Unterschiede zur Schweiz, zu Portugal oder England. In Jakarta seien Grünflächen begrenzt.
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Weitere Faktoren seien Bermuda Grass, eine hitze- und trockenheitsverträgliche Rasenart, sowie die Regenzeit. «Es besteht der Wille, die Bedingungen weiterzuentwickeln», sagt Meylan.
Indonesien strebt beim Fifa Asean Cup den Titel an. In der ersten Runde trifft das Team auf Singapur, Malaysia und Bangladesch. Gespielt wird im Gelora-Bung-Karno-Stadion vor bis zu 77'000 Zuschauern.
Robin Carrel (rca) ist Journalist und Leiter der Sportredaktion bei 20 minutes, wo er seit 2011 tätig ist. Er arbeitet ausserdem für lematin.ch.
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