Sohn (7) erklimmt El Capitan – Eltern wurden Behörden gemeldet

Darum gehts
- Joe Evermore sah sich schweren Vorwürfen ausgesetzt, nachdem sein Sohn den El Capitan bezwang.
- Der siebenjährige Joey erklomm die 1000 Meter hohe Steilwand in fünf Tagen – genau an seinem Geburtstag.
- Die Behörden leiteten keine offizielle Ermittlung ein; der Vater betont, sein Sohn habe niemals aufgeben wollen.
Der El Capitan gilt als eine der anspruchsvollsten Bergwände – 1000 Meter ragt das Gesteinsmassiv senkrecht, manchmal überhängend nach oben. Die Erstbesteigung 1958 dauerte 45 Tage, immer wieder scheitern Kletterer am Versuch, die Wand zu erklimmen. Manche bezahlen mit dem Tod. Im Mai dieses Jahres wurde Joey Evermore zum jüngsten Menschen, der den El Capitan bezwang – fünf Tage benötigten er und sein Vater dafür. Joey feierte während der Besteigung seinen 7. Geburtstag. Genau dieser Punkt sorgte für heftige Kritik. Es blieb aber nicht nur bei Kritik in sozialen Medien. Wie «ABC News» berichtet, wurde Joeys Vater, Joe Evermore, auch den Kinderschutzbehörden gemeldet.
Der Vorwurf: Joe und seine Frau Anni Evermore würden ihren elterlichen Fürsorgepflichten nicht nachkommen und ihren Sohn in Gefahr bringen. Eine offizielle Ermittlung seitens der Behörden blieb Evermore erspart. Die kritischen Stimmen aber sind nicht verstummt. Gegenüber «People» verteidigte der Vater vor Kurzem seine Erziehungsmethoden und betonte, dass viele ein Urteil fällten, ohne den Kontext zu kennen und ohne jegliches Kletterwissen zu haben. Ein Kind sechs Stunden fernsehen zu lassen, sei unverantwortlicher als das, was sie getan hätten. «So schaut gute Erziehung aus.»
Während Monaten habe der damals 6-Jährige im Garten der Familie trainiert. Die Kletterei wurde ihm und seinem älteren Bruder, der ebenfalls einmal einen Rekord am El Capitan aufstellte, den Joey diesen Mai brach, früh in die Wiege gelegt. Sobald sie gehen konnten, hätten die Eltern ihre Leidenschaft fürs Klettern mit ihren Söhnen geteilt.
Die Besteigung der Steilwand «lief für Joey grösstenteils sehr gut». «Wir hatten einfach eine tolle Zeit, wir haben alles gemeinsam besprochen und durchgestanden.» Joe Evermore gesteht, dass es aber auch schwierige Momente gab. Es sei kein Tag vergangen, an dem sein Sohn nicht geweint habe. Die Emotionen waren gross – zum Beispiel, als er sich die Fingerknöchel aufgeschürft habe. Aber, so betont Joe Evermore: Sein Sohn habe niemals aufgeben wollen.
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Yasmin Rosner (roy), Jahrgang 1980, arbeitet seit 2017 für 20 Minuten im Newsdesk als Nachtschicht vom Ausland aus.
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