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Sunday, September 27, 2026

Muay-Thai-Spektakel in Bern: Rodriguez begeistert nicht nur FCZ-Spieler

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Muay-Thai-Spektakel in Bern

Rodriguez begeistert nicht nur FCZ-Spieler

Thailand mitten in Bern: Rund 3000 Fans verwandeln die Sporthalle Wankdorf in einen Muay-Thai-Tempel. Im Mittelpunkt steht Lokalmatador Daniel Rodriguez. Und der Zürcher sorgt bei der Premiere der «Road to RWS» für einen kurzen Abend.

Publiziert: vor 58 Minuten

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • 3000 Fans bei erster «Road to RWS»-Veranstaltung in Berns Wankdorfhalle
  • Dani Rodriguez siegt durch technischen K.o. und holt Rajadamnern-Titel
  • Eventkosten: 220'000 CHF, nächste Ausgabe für 2027 bereits angekündigt
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Joël HahnRedaktor Sport

Schon auf dem Parkplatz der Sporthalle Wankdorf ist klar: Das hier wird kein gewöhnlicher Kampfabend. Musik dröhnt aus der Halle. Drinnen riecht es nach Perskindol, Tiger Balm und Thai-Food. In der Mitte der voll besetzten Halle steht der Ring, ein roter Teppich führt zu ihm. Darüber hängt ein riesiger Bildschirm, rundherum sitzen Schweizer und thailändische Fans, Kinder genauso wie ältere Zuschauer.

Rund 3000 Menschen sind gekommen, um die erste «Road to RWS»-Veranstaltung in Europa zu erleben. Der Abend hat es auch finanziell in sich. Rund 220'000 Franken habe der Event gekostet, verrät Organisator Leonardo «Dado» Irmici.

Die Rajadamnern World Series bringt für einmal ein Stück Bangkok nach Bern. Offizielle aus Thailand sind angereist, dazu gibt es die traditionelle Wai-Kru-Zeremonie und erstmals in der Schweiz Muay-Thai-Musik live.

Die Musik kommt aus Mannheim

Für die passende Begleitung sorgt «WaiKrubeats». Die Musiker aus Mannheim spielen die traditionelle Musik den ganzen Abend live während der Kämpfe. Bandleader Simon Teerawat Mayer (35) hat in Mannheim Percussion studiert und sich später in Thailand intensiv mit der Musik beschäftigt. «Wir sind zum ersten Mal in der Schweiz. Es ist auch die erste Premiere, dass hier live Muay-Thai-Musik stattfindet», sagt Mayer.

Die Musik ist fester Bestandteil der Tradition. Vor dem Kampf begleiten die Musiker den Wai Kru, bei dem die Kämpfer ihren Trainern, Familien und Lehrern Respekt zollen. Danach läuft die Musik während der Runden weiter. «Die Musik ist sehr rituell», erklärt Mayer.

Auch sonst ist der Thailand-Faktor überall spürbar. Im Foyer wird Thai-Food serviert, vor der Halle stehen Foodtrucks, ausgerechnet auch ein griechischer. Zahlreiche Zuschauer tragen Muay-Thai-Shirts, verschiedene Schweizer Klubs sind vertreten. Über 50 Helfer aus Irmicis Dado Gym in Zürich kümmern sich um Bar, Verkauf und Einlass. Für die jungen Mitglieder ist Rodriguez der grosse Held. Wenn er in Zürich trainiert, gibt er ihnen Tipps und korrigiert ihre Fehler.

«Dani» ist der grosse Liebling

Als Rodriguez schliesslich die Halle betritt, wird aus laut richtig laut. Handys gehen in die Höhe, die Zuschauer pfeifen und schreien. Wer sich im Publikum umhört, bekommt immer wieder dieselbe Antwort: Dani ist der Liebling des Abends.

Auch FCZ-Spieler Lindrit Kamberi (26) und Miguel Reichmuth (22) sitzen auf der Tribüne. Sie kennen Irmici aus Zürich und wollen ihren Landsmann unterstützen. «Wir kennen Dado, weil er auch aus Zürich kommt, und wir wollten ihn unterstützen. Es hat uns sehr Spass gemacht», sagt Kamberi.

Dann wird es stiller. Rodriguez und sein thailändischer Gegner Petchmorakot konzentrieren sich auf ihre Wai-Kru-Zeremonie. Rodriguez' Zeremonie dauert lange, er wirkt hoch konzentriert. Danach geht alles ganz schnell.

Ein Schlag in die Leber entscheidet

1 Minute 51 Sekunden sind vorbei, als Rodriguez mit einem kräftigen Schlag die Lebergegend seines Gegners trifft. Petchmorakot geht zu Boden und kann nicht mehr weitermachen. Technischer K.o. – Rodriguez gewinnt und holt sich damit den Rajadamnern-Titel bis 72,5 Kilogramm.

Dass er genau dort treffen würde, war kein Zufall. «Ich habe einfach seinen Bauch angeschaut und er sah ein bisschen aufgebläht aus. Dann habe ich gesagt: Ich schlage mal da rein», erzählt Rodriguez nach dem Kampf. «Ich achte auf alles. Das ist Observation, da musst du alles machen.»

FCZ-Spieler Reichmuth sitzt direkt daneben und kennt die Wirkung eines solchen Treffers: «In die Leber ist ultra schmerzhaft.» Für Rodriguez ist der Abend trotzdem etwas Besonderes. In Thailand ist der Zürcher längst ein Star. Nun erlebt er den Support in seiner Heimat.

«Natürlich hatte ich viel mehr Druck, als ich vor dem Heimpublikum war», sagt Rodriguez. Gleichzeitig habe er sich «unbesiegbar» gefühlt. «Ich habe so viel Support und all die Leute gesehen. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich nicht verlieren könnte.»

Nach dem Sieg bedankt er sich beim Publikum, er fragt, ob alle Spass hatten und er kündigt bereits die nächste Ausgabe im kommenden Jahr an. Danach bildet sich eine Schlange vor dem neuen Champion. Fans wollen Fotos, Gratulationen, ein paar Sekunden mit ihrem Star.

Rodriguez bleibt noch eine Nacht in Bern, bevor es zurück nach Zürich geht. Ende Dezember wartet bereits der nächste Kampf in Bangkok. Dann geht es wieder in seiner angestammten Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm um die Titelverteidigung. Für einen Abend aber war Bangkok in Bern.

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