"Berlin bekommt links": Vor Parteitag stellt sich Linken-Spitze hinter Eralp

"Berlin bekommt links"Vor Parteitag stellt sich Linken-Spitze hinter Eralp
31.10.2026, 08:40 Uhr

Angst um die Familie, Streit über Antisemitismus und Protest aus den eigenen Reihen: Vor den entscheidenden Koalitionsgesprächen steht Berlins Linke unter Druck. Doch die Parteispitze stärkt Elif Eralp den Rücken – und gibt sich kämpferisch.
Trotz der Debatte um die Angst der Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp vor Hamas-Sympathisanten haben die Bundesvorsitzenden ihrer Partei, Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano, eine linke Regierungspolitik in der Hauptstadt in Aussicht gestellt. "Berlin hat links gewählt. Berlin bekommt links. Gemeinsam machen wir Berlin bezahlbar", erklärten sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) mit Blick auf den Landesparteitag der Berliner Linken.
Die Parteichefs stellten sich hinter Eralp und bekräftigten ihr Ziel einer Koalition mit Grünen und SPD. "Seit absehbar wurde, dass Die Linke in Berlin gewinnen kann und es ernst meint mit der Vergesellschaftung, wird gegen Elif Eralp und die Linke Stimmung gemacht", erklärten Schwerdtner und Pantisano. "Natürlich macht man sich da Gedanken um die Sicherheit der eigenen Familie. Das wird jetzt für eine Schlagzeile ausgeschlachtet." Sie fügten hinzu: "Wir lassen uns nicht einschüchtern. Nicht von Schlagzeilen und nicht von Immobilienkonzernen."
Der "Spiegel" hatte über interne Anmerkungen Eralps zu einem Interview berichtet. Demnach haben die Spitzenkandidatin und ihr Mann Angst vor Hamas-Sympathisanten aus dem Umfeld der Berliner Linken. Das befeuerte die Debatte über den Umgang der Partei mit Antisemitismus und über die geplante Regierungsbildung.
Gegendruck aus eigenen Reihen
Die Berliner Linke entscheidet heute auf einem Parteitag über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit Grünen und SPD. Es wird eine klare Mehrheit dafür erwartet. Grüne und Sozialdemokraten hatten Verhandlungen bereits zugestimmt. Passiert das auch bei der Linken, sollen die Dreier-Koalitionsgespräche am Montag beginnen. Eralp strebt das Amt der Regierenden Bürgermeisterin an.
Allerdings gibt es bei der Linken auch kritische Stimmen, die sich womöglich auf dem Parteitag bemerkbar machen. So lehnt die Linksjugend Solid ein rot-grün-rotes Bündnis ab und plädiert stattdessen für eine "starke sozialistische Opposition" im Landesparlament und auf der Straße. Angekündigt ist auf Social-Media-Kanälen zudem eine Kundgebung vor dem Tagungsort - gegen "Wähler:innenverrat" und für "konsequente Palästinasolidarität und Vergesellschaftung".
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