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Sunday, November 8, 2026

Der Winter naht: Kommt es jetzt zum Run auf Heizöl?

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  • Die Heizölversorgung in der Schweiz ist laut Bund «sehr angespannt», obwohl sie noch gesichert ist.
  • Der Rhein führt extrem wenig Wasser, und auch der Transport per Schiene hakt wegen fehlender Kapazitäten in Deutschland.
  • Viele Hauseigentümer warten mit dem Tankfüllen zu; bei einem Run müsste der Bund erstmals Heizöl-Pflichtlager freigeben.

Nachdem der Bund aufgrund drohender Engpässe bereits mehrere Kerosin-Pflichtlagerbestände freigegeben hat, wird auch das Heizöl knapp: Die Versorgung mit dem Brennstoff, der jedes dritte Wohngebäude in der Schweiz beheizt, sei derzeit zwar noch gesichert, aber «sehr angespannt». Grund dafür ist eine Kombination aus diversen Faktoren.

Der übliche Weg ist ausgetrocknet

Nach wie vor führt der Rhein extrem wenig Wasser, weshalb Schiffe den Fluss nur mit einem Teil der normalerweise transportierten Ladung befahren können, während andere Frachter gar nicht mehr ablegen können. Wie Andreas Flütsch, Chef des Mineralölhändlers Migrol, zur «Neuen Zürcher Zeitung» sagt, habe er in seinen 30 Jahren in der Branche noch nie eine so lang anhaltende Einschränkung der Rheinschifffahrt erlebt.

Der alternative Weg ist gesäumt mit Problemen

Aufgrund der Rhein-Trockenheit versuchen die Importeure bereits seit Monaten, über die Schiene möglichst viel Heizöl in die Schweiz zu bringen, kämpfen dabei aber ebenfalls mit Problemen: Laut einer SBB-Sprecherin fehlen vor allem in Deutschland Kapazitäten auf der Schiene, hinzu kommen Baustellen und Betriebsstörungen.

Die Tanks in den Häusern sind weniger voll als sonst

Ein dritter Umstand verschärft die Lage zusätzlich: So liess der von den USA und Israel anfangs März 2026 begonnene Krieg gegen den Iran die Preise in die Höhe schiessen. In der Folge pokerten viele Hauseigentümer darauf, ihren Tank erst später mit Heizöl befüllen zu lassen, wenn die Preise wieder tiefer sind. Laut Migrol lag der schweizweite Heizölabsatz Ende September 2026 rund 30 Prozent tiefer als im Vorjahr.

Doch bislang zeichnet sich keine rasche Entspannung ab, am 14. Oktober erreichte der Preis mit 175.20 Franken für 100 Liter Heizöl den höchsten Preis in den letzten drei Jahren. Und jetzt kommt der Winter, wodurch die Hausbesitzer ihre Tanks früher oder später auffüllen lassen müssen.

Darum könnte es zum Run kommen

Sollte eine grosse Zahl solcher Bestellungen zur gleichen Zeit eingehen, sähe sich die hiesige Heizölbranche mit gleich zwei Problemen konfrontiert: Einerseits würde die schon jetzt stark belastete Versorgung aus dem Ausland weiter strapaziert, zugleich könnte bei einem plötzlichen Schub an Nachfragen auch die Verteilung im Land selbst ins Stocken geraten.

Wie würdest du deinen Heizöltank in der aktuellen Lage am ehesten füllen?

Notfalls müsste der Bund dann erstmals auch Bestände aus den Heizöl-Pflichtlagern freigeben. Diese Notreserven an Kerosin, Benzin und Heizöl grundsätzlich zu überarbeiten, ist aus Sicht des Bundes und der Unternehmen aber nicht nötig. Als mögliche flankierende Massnahmen zu den Pflichtlager-Freigaben hat der Bund auch Mittel wie mögliche Temporeduktionen und Sparappelle vorbereitet.

Benedikt Hollenstein

Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.

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