Familienmitglieder des Schützen ebenfalls getötet
Tödliche Schüsse in Krakau Auch Angehörige des Schützen getötet
Stand: 08.11.2026 • 10:58 Uhr
Landesweit gilt in Polen nach den tödlichen Schüssen auf Passanten auf einem Marktplatz in Krakau Staatstrauer. Das Motiv des Schützen bleibt unklar. Er steht im Verdacht, auch seine Eltern und Schwester getötet zu haben.
Einen Tag nach den tödlichen Schüssen auf einem Marktplatz im Zentrum von Krakau hat die polnische Polizei bestätigt, dass der Täter im Verdacht steht, zuvor bereits drei Mitglieder der eigenen Familie erschossen zu haben.
Bei den drei Toten handelt es sich demnach um die Eltern und die Schwester des Schützen. Die drei Leichen waren am Samstag im Elternhaus des 24-Jährigen entdeckt worden, das sich in Ostrowiec Swietokrzyski befindet. Die Stadt liegt rund 180 Kilometer nordöstlich von Krakau. Noch am Abend gab Polens Ministerpräsident Donald Tusk bekannt, dass es sich wohl um die engste Familie des Täters handele, bislang war das vonseiten der Polizei aber nicht offiziell bestätigt worden.
Mehrere ausländische Staatsbürger unter Opfern
Damit steht der 24-Jährige im Verdacht, insgesamt neun Menschen getötet zu haben. Er war am Samstagnachmittag mit einem Auto auf den belebten Marktplatz in Krakau gefahren und hatte wahllos auf Passanten geschossen. Durch diese Schüsse wurden sechs Menschen getötet und 15 weitere teils lebensgefährlich verletzt.
Zu den Opfern zählen den Angaben der Polizei zufolge auch mehrere ausländische Staatsbürger. Ein Brite kam ums Leben. Zudem stammt eines der verletzten Opfer aus Deutschland, wie das Auswärtige Amt bestätigte. Weitere vier Verletzte stammen aus Großbritannien, Portugal, Österreich und Russland.
Justizminister ruft zum Blutspenden für verletzten Polizisten auf
Auf der Fahrt aus der Krakauer Innenstadt heraus wurde der Schütze von der Polizei gestoppt. Es kam zu einem Schusswechsel, bei dem zwei Beamte lebensgefährlich verletzt worden sind. Auch der 24-Jährige wird vor seiner Festnahme angeschossen.
Ministerpräsident Tusk würdigte die beiden Polizisten als "wahre Helden". Auch Innenminister Marcin Kierwiński dankte den Beamten in einem Beitrag beim Kurznachrichtendienst X für ihr sofortiges, heldenhaftes Handeln. Der polnische Justizminister Waldemar Żurek appellierte ebenfalls bei X an die Bevölkerung, Blut für einen der verletzten Polizisten zu spenden. Er besitze die seltene Blutgruppe AB Rhesus+ und kämpfe um sein Leben.
Zweitägige Staatstrauer
Die möglichen Motive des Schützen sind noch unklar. In seinem Auto waren neben der Tatwaffe - ein Gewehr - noch weitere Waffen und Munition gefunden worden. Ermittler prüfen Hinweise, denen zufolge der Täter von extrem rechten Ideologien fasziniert war.
Präsident Karol Nawrocki sprach von einem "beispiellosen Terrorakt" und hat für den heutigen Sonntag und Montag eine Staatstrauer angeordnet. Die Flaggen an öffentlichen Gebäuden wurden landesweit auf halbmast gesetzt. Am Nachmittag soll es in der Marienkirche am Marktplatz, auf dem die Schüsse gefallen sind, einen Gottesdienst geben, um der Opfer zu gedenken.
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