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Sunday, September 13, 2026

Studie über die Schweizer und ihre Vorsorge: Und was ist mit der Rente?

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Die Schweizer wissen alles über Geld – ausser, was mit ihrem Vermögen im Alter passiert. Das zeigt eine neue Erhebung.

Publiziert: vor 5 Minuten

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Reza RafiChefredaktor SonntagsBlick

Sie kontrollieren jeden Franken und zahlen brav in die Säule 3a ein. Beim Finanzwissen holt die Schweiz sagenhafte 83,4 von 100 Punkten – Musterschüler Helvetien. Doch dann kommt die Frage nach der Altersvorsorge – und plötzlich ist es still im Klassenzimmer.

Der bittere Befund: Nur jeder Dritte hat in seinem Leben je nachgeschaut, obs in seinem Pensionskassenausweis eine Lücke gibt. Freiwillig in die zweite Säule eingezahlt? Gerade mal 15 Prozent. Ein Testament aufgesetzt, einen Vorsorgeauftrag geregelt? Damit hat sich nicht mal jeder Dritte je beschäftigt.

Das ergibt der erste «Monitor Finanzkompetenz» von gfs.bern, in Auftrag gegeben von der Migros Bank. Die Umfrage, die Blick vorliegt, liest sich wie eine Diagnose: Je unangenehmer die Entscheidung, desto tiefer verschwindet sie in der Schublade.

Fast die Hälfte hat Geldsorgen

Dabei sind die Eidgenossen eine finanzielle Grossmacht. Mit entsprechender Alltagskompetenz, wenns ums Geld geht. Drei von vier behalten Einnahmen und Ausgaben im Griff. 59 Prozent sparen konsequent, jeder Zweite legt Geld in Fonds, ETFs oder Aktien an.

Auch finanziell steht die Mehrheit blendend da: 89 Prozent kommen locker über die Runden, 86 Prozent könnten eine Überraschungsrechnung von 2500 Franken aus der eigenen Tasche zahlen, ganz ohne Kredit.

Und trotzdem plagen sich fast die Hälfte – 46 Prozent – regelmässig mit Geldsorgen herum. Woher genau die Angst kommt, ob aus echten Engpässen oder nur aus ungutem Bauchgefühl, sagt die Studie nicht. Aber allein die Zahl sollte zu denken geben.

«Die Umfrage zeigt, dass finanzielle Stabilität nicht immer mit emotionaler Sicherheit einhergeht. Hier sehen wir uns in der Verantwortung, durch ganzheitliche Beratung und praxisnahe Lösungen Orientierung und Sicherheit zu geben», sagt Manuel Kunzelmann, CEO der Migros Bank, zu Blick.

Zweite Säule? Ist da was?

Am härtesten trifft es die Jungen. Fast jeder Dritte zwischen 18 und 29 Jahren schiebt die Vorsorge mit dem immer gleichen Satz vor sich her: Ich habe ja noch Zeit.

Dabei sind junge Erwachsene sonst fast schon vorbildlich unterwegs. 66 Prozent der 18- bis 39-Jährigen zahlen regelmässig in die Säule 3a ein – mehr als der gesamtschweizerische Schnitt von 55 Prozent. Über die Hälfte hat sich sogar klare Sparziele gesetzt.

Doch sobald es kompliziert wird, ist Feierabend. Nur 26 Prozent haben ihren Vorsorgeausweis je auf Lücken geprüft. Gerade mal 8 Prozent haben sich in die zweite Säule eingekauft.

Was schmerzt: Fast jeder Zweite der 18- bis 39-Jährigen – 48 Prozent – sagt ganz offen, dass er schlicht zu wenig Geld habe, um sich um die Vorsorge zu kümmern. Bei den 40- bis 64-Jährigen sieht es mit 45 Prozent kaum rosiger aus. Vorsorge ist für viele offenbar keine Frage des Wollens, sondern des Könnens.

Männer wissen mehr

Auch beim Finanzwissen selbst öffnet sich ein Graben. Männer schneiden in fast jeder Altersgruppe besser ab als Frauen – am krassesten bei den 18- bis 29-Jährigen. Und: Wer besser verdient und mehr gelernt hat, weiss auch mehr über Geld. Wer wenig hat, hinkt tendenziell auch beim Wissen hinterher.

Der Grund liegt auf der Hand: Wer öfter mit Hypotheken, Vorsorge oder Anlagen zu tun hat, sammelt automatisch mehr Erfahrung.

Wenn es um Rat geht, gehen die Schweizer am liebsten zu ihrer Bank. Sie geniesst mit 7,3 von 10 Punkten das grösste Vertrauen – noch vor der AHV (6,9) und den Pensionskassen (6,6). Am Ende der Rangliste: Finfluencer. Mickrige 1,7 Punkte.

Ganz geheuer ist den Schweizern ihre Bank aber trotzdem nicht: 85 Prozent glauben, Banken und Versicherungen dächten in erster Linie an sich selbst. 56 Prozent finden die Finanzinformationen, die sie bekommen, schlicht zu kompliziert.

Wissen ist da, Handeln fehlt

Die Schweizer sind keine Finanzmuffel. Ihr Problem beginnt dort, wo es unbequem wird, wie die Erhebung aufzeigt: bei Entscheidungen, die kompliziert sind und scheinbar weit in der Zukunft liegen.

Der Monitor sei für ihn «ein Startpunkt – kein Schlussstrich», sagt Kunzelmann. «Wir wissen dank der Studie jetzt ziemlich genau, wo das Handeln schwerfällt.» Dort wolle man «mit verständlichen Lösungen statt mit dem Zeigefinger» ansetzen.

Das könnte auch dem Musterschüler nützlich sein.

Für den «Monitor Finanzkompetenz 2026» befragte gfs.bern 3572 Personen ab 18 Jahren in der Schweiz. Die Erhebung fand vom 29. Juni bis 23. Juli 2026 statt, im Auftrag der Migros Bank.

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