Schweizer IT-Dienstleister – Infomaniak startet fulminant an der Börse

- Die Geschäftsleitung des Schweizer Hosting- und IT-Dienstleisters Infomaniak hat gestern Donnerstag in Zürich die Glocke der Schweizer Börse geläutet.
- Bei der Eröffnung lag der Kurs bei 56 Franken, stieg im Laufe des Tages bis auf 140 Franken und schloss am Ende bei 84 Franken.
- Damit lag die Bewertung deutlich über der im Prospekt angegebenen «Fairness Opinion», der unabhängigen Einschätzung des Börsengangs.
«Wir liegen über der Unternehmensbewertung von 260 Millionen Franken, das ist ein schöner Einstieg», sagte der Geschäftsführer Marc Oehler gegenüber der Agentur AWP. «Es liegt nun jedoch am Markt, den weiteren Verlauf unserer Börsenentwicklung zu bestimmen.»
Lange vorbereiteter Börsengang
Infomaniak ging mit einem sogenannten Reverse Takeover an die Börse: Die umgekehrte Fusion ermöglicht Unternehmen einen vereinfachten und beschleunigten Prozess ohne aufwendigen und teuren klassischen IPO.
Das Unternehmen will damit Zugang zu neuem Kapital erhalten, das langfristige Wachstum sichern und mit Aktienvergütungsplänen für die Mitarbeitenden ein attraktiverer Arbeitgeber werden.
Zu den Investoren gehören neben Banken und Vermögensverwaltern auch staatliche und private Pensionsfonds sowie Privatpersonen.
«Mit dem Börsengang haben wir unsere Ausstrahlung in der Deutschschweiz verstärkt, aber auch in unseren wichtigen europäischen Märkten wie Frankreich. Wir werden als grosses Unternehmen wahrgenommen, und das macht sich bereits bei der Nachfrage bemerkbar», sagt Oehler.
Souveräne Cloud als Wachstumsmotor
Mit seinem Angebot von souveränen Cloud-Diensten spielt Infomaniak in einem Markt von strategischer Bedeutung in Europa. Die geopolitischen und regulatorischen Entwicklungen haben den Regierungen die Wichtigkeit dieser Problematik bewusst gemacht.
Das Unternehmen plant auch Expansionsprojekte in der Schweiz. «Unser nächstes Rechenzentrum wird in der Schweiz sein, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass wir auch im Ausland zubauen, zum Beispiel in Frankreich.»
Im Jahr 2025 belief sich der Nettoumsatz mit Waren und Dienstleistungen auf 54.2 Millionen Franken, 13.8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn (EBITDA) stieg sogar um 14.2 Prozent.
Angesprochen auf den jüngsten Hype um Technologieunternehmen und die Befürchtungen um eine KI-Blase sagt Marc Oehler: «Unsere Dienstleistungen sind in der Realwirtschaft verankert, wir sind weit entfernt von den Fragestellungen, die KI aufwirft.»
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