Förster Fredi: «Überlegten, Wald für Jahre komplett zu sperren»

- Revierförster Fredi Hügi rechnet mit der doppelten bis dreifachen Holzmenge wie in normalen Jahren.
- Die Trockenheit des Sommers hat vor allem Buchen und Eschen abgetötet und das Risiko von Astbrüchen stark erhöht.
- Das Holz der toten Bäume ist kaum noch gewinnbringend verkaufbar – die Waldbesitzer zahlen teils drauf.
Ein Münchensteiner beobachtet, dass in den vergangenen zwei Wochen auffällig viele Bäume im Münchensteiner/Reinacher Wald gefällt wurden. «Alle, die den Reinacher Wald lieben, müssen jetzt stark sein», schreibt er auf Facebook und kritisiert, dass der Wald geradezu «halbiert» werde. Online beschwert er sich, dass auch zahlreiche gesund aussehende Bäume daran glauben mussten.
Doch nicht immer sieht man einem Baum an, ob er für den Menschen eine Gefahr darstellt, ordnet ein Förster ein. «Für die Waldbesucher sind die toten Bäume ein grosses Risiko», betont Fredi Hügi, Betriebsleiter und Revierförster.
Dreifache Holzmenge wie üblich
Im Auwald sind vor allem Buchen und Eschen wegen der Hitze und Trockenheit abgestorben und das Risiko von Astbrüchen ist sehr hoch, so Hügi. Der Förster rechnet mit der doppelten bis dreifachen Holzmenge wie in normalen Jahren.
Wegen des Hitzesommers und des kommenden stürmischen Wetters «müssen wir mehr schlagen und abholzen als üblich», ergänzt Hügi. So soll die Sicherheit von Spaziergängern, Hündelern und sonstigen Waldbesuchern gewährleistet werden. Auch der Kanton Basel-Landschaft warnte bereits vor Besuchen im Wald.
Schlechte Qualität des Holzes
Wir überlegten uns, den Wald für Jahre zu sperren.
Die Worte, die der Förster wählt, sind drastisch. «Eine andere Möglichkeit, die wir uns überlegt hatten, war, den Wald für Jahre für die Öffentlichkeit zu sperren und nichts zu machen, aber das wäre wohl noch schlechter angekommen.»
Auch die Qualität des Holzes wurde durch die Hitze und Trockenheit in Mitleidenschaft gezogen. Weil die meisten Buchen schon tot waren, ist das Holz von ihnen nicht mehr gewinnbringend zu verkaufen, so der Förster. Am Ende zahlt der Waldbesitzer sogar noch drauf, gibt er zu bedenken.
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Pina Olivia Wiemer (pow) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie ist seit Mai 2026 Praktikantin bei der Lokalredaktion Basel.
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