Jetzt leben Asylsuchende in Sugus-Häusern – Sozialhilfe zahlt

1200 Franken pro Zimmer
Jetzt leben Asylsuchende in Sugus-Häusern – Sozialhilfe zahlt
In den Zürcher Sugus-Häusern wohnen jetzt auch Asylsuchende. Drei Männer zahlen zusammen 3600 Franken für eine Wohnung – doppelt so viel wie frühere Mieter. Die Kosten tragen Steuerzahlende.
Publiziert: vor 58 Minuten
Aktualisiert: vor 27 Minuten
- In Zürcher Sugus-Häusern leben nun Asylsuchende, teils finanziert durch Steuergelder
- Miete für 4,5-Zimmer-Wohnung kostet Steuerzahlende heute fast doppelt so viel
- 3600 Franken monatlich zahlt AOZ für drei Einzelzimmer, je 1200 Franken
Patrik BergerRedaktor Wirtschaft
Die Zürcher Sugus-Häuser sorgen erneut für Wirbel. Nach der umstrittenen Massenkündigung von 105 Mietparteien leben inzwischen auch Asylsuchende in den Häusern. Für einen Teil der Mieten kommen die Steuerzahlenden auf, wie Recherchen von SRF zeigen. Besonders brisant ist der Fall einer 4,5-Zimmer-Wohnung: Drei vorläufig aufgenommene Männer aus Afghanistan und Äthiopien bewohnen dort je ein Einzelzimmer und teilen sich Küche und Bad.
Die Asylorganisation Zürich (AOZ) bezahlt für jeden den Maximalbetrag von 1200 Franken brutto pro Monat. Macht zusammen 3600 Franken. Das heisst: So kosten die drei Zimmer die Steuerzahlenden heute rund doppelt so viel wie früher die gesamte 4,5-Zimmer-Wohnung.
Kompliziertes Vertragsverhältnis
Die Männer hätten ihre Zimmer selbst gefunden und die Mietverträge anschliessend der AOZ vorgelegt. Die Vermietung läuft laut SRF über mehrere Stationen: Eigentümerin Intuiva AG vermietet die Zimmer nicht direkt, sondern über eine Firma für Kurzzeitvermietungen, die wiederum an einen Mann untervermietet.
Warum übernimmt die AOZ die Kosten trotz des Streits um die Häuser? Bestimmte Eigentümerinnen könnten nicht pauschal ausgeschlossen werden, dafür gebe es keine Rechtsgrundlage, sagt die Organisation. Ein Ausschluss würde zudem die Wohnungssuche für Sozialhilfebezüger erschweren.
Seit Ende 2024 sorgen die Sugus-Häuser für Schlagzeilen. Eigentümerin Regina Bachmann (59) hatte drei der neun Häuser geerbt und eine Totalsanierung angekündigt. 105 Parteien erhielten die Kündigung. Die Schlichtungsstelle erklärte diese für missbräuchlich. Das Verfahren ist noch vor dem Obergericht hängig. Trotzdem sind mittlerweile rund zwei Drittel der damaligen Mietenden ausgezogen. Ein Teil der Wohnungen wird auf Airbnb vermietet.
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