Ausbruch in Kongo-Kinshasa – Ebola wütet weiter – über 5000 bestätigte Fälle

- Bisher sind 2378 Menschen am jüngsten Ausbruch von Ebola gestorben, wie das Regionalbüro Afrika der WHO meldet.
- Allerdings könnte die Anzahl der Fälle noch höher sein, da die Fallzahlen nur die Erkrankten im Zeitraum Mai 2026 bis jetzt festhalten, wie die afrikanische Gesundheitsbehörde schreibt.
- Für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo, der bei dem aktuellen Ausbruch festgestellt wurde, gibt es keine Impfung oder keine Therapie. Nun wird auch untersucht, ob er bereits mutiert ist.
Seit Mai sind 5021 Menschen in Kongo-Kinshasa nachweislich an Ebola erkrankt, so das Regionalbüro Afrika der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die bisher 2378 verstorbenen Patientinnen und Patienten ergeben eine Sterberate von rund 50 Prozent. Mehr als 1000 Patienten gelten nach Angaben der kongolesischen Gesundheitsbehörden als genesen. Der Ausbruch der hochansteckenden Infektionskrankheit war Mitte Mai bekanntgegeben worden. Damit tritt Ebola bereits zum 17. Mal in dem Land auf.
Es könnten noch mehr Menschen erkrankt sein
Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC hat jedoch bereits darauf hingewiesen, dass die tatsächliche Zahl der Fälle noch höher sein könnte. Studien deuteten darauf hin, dass der Ausbruch etwa im Februar begann, betonte Jean Kaseya, Direktor der Behörde, in seinem jüngsten Bericht zur Lage. «Wir haben keine Ahnung, was zwischen Februar und Mai passiert ist.» Alle Daten zu Fallzahlen umfassten lediglich die Zeit von Mai bis jetzt. «Wir behaupten nicht, dass diese Daten korrekt sind», sagte Kaseya.
Hinzu kommt: Fast zwei Drittel der bestätigten Ebola-Todesfälle werden nicht in Spitälern und Isolierstationen verzeichnet, sondern aus den Dörfern und Gemeinden. Solange Erkrankte mit Symptomen nicht isoliert sind, können sie durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Schweiss oder Speichel etwa beim Waschen eines Patienten oder beim Essen die Krankheit übertragen. Schon vor Wochen hatte Africa CDC gewarnt, dass womöglich nicht alle Krankheitsfälle den Behörden gemeldet werden.
Therapieverfahren werden getestet
Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus.
Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. Seit Anfang Juli läuft die klinische Testung zweier antiviraler Therapieverfahren. Angesichts der Schwere des Ausbruchs soll zudem abgeklärt werden, ob der Erreger womöglich mutiert ist.
WHO befürchtet eine nie dagewesene Ausbreitung
Auch die Weltgesundheitsorganisation fürchtet, dass der aktuelle Ausbruch in Kongo-Kinshasa noch nie dagewesene Ausmasse annehmen könnte. Schon jetzt ist die Zahl der Krankheitsfälle und Toten um ein Mehrfaches höher als während des bisher schwersten Ausbruchs in Westafrika im vergleichbaren Zeitraum der ersten drei Monate.
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