Stimmen aus der Community – Sechs Wochen Ferien? Die «dialog»-Community ist dagegen

Mehr Ferien – wer würde dazu schon Nein sagen? Offenbar ziemlich viele.
In einer nicht repräsentativen Umfrage sprechen sich 52 Prozent der «dialog»-Community gegen die gesetzliche Einführung von sechs Wochen Ferien aus.
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Besonders deutlich ist die Ablehnung in der Deutschschweiz mit 54 Prozent Nein-Stimmen. In der Westschweiz hingegen hätte der Vorschlag mit 52 Prozent Zustimmung sogar eine Mehrheit gefunden.
Mehr Ferien zu gewähren, bedeutet, die Ausgaben der verschiedenen Unternehmen zu erhöhen.
Der User mit dem Pseudonym «Mike TheMech» hält die Idee zwar für reizvoll: «Nur ist sie halt sehr kurzfristig gedacht. Besser ist: Der Staat legt das Minimum fest und die Wirtschaft – besser noch jedes Unternehmen – entscheidet selbst, ob sie in solche Arbeitsmarktvorteile investieren will.»
Das Bedürfnis nach mehr Freizeit anerkennt auch «Black Mamba». «Aber mehr Ferien zu gewähren, bedeutet, die Ausgaben der verschiedenen Unternehmen zu erhöhen», argumentiert er. «In einer Zeit, die von Übernahmen, Umstrukturierungen und einer allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheit geprägt ist.»
Und er ergänzt: «Das könnte einige multinationale Konzerne dazu veranlassen, die Verlagerung von Büros, Produktionsaktivitäten oder anderen Dienstleistungen in Länder mit niedrigeren Kosten, beispielsweise in einige Gebiete Asiens, in Erwägung zu ziehen.»
Die Schweizer Unternehmen brauchen jedes bisschen Wettbewerbsfähigkeit.
Genau deswegen sei es eine riskante Wette, die Anzahl der Ferientage zu erhöhen, schreibt der User «C. L.»: «Umso mehr, wenn es keinen Plan gibt, um den Verlust an Einnahmen zu kompensieren. Bislang habe ich niemanden Vorschläge für Regeln in diesem Bereich vorbringen hören, und das bedeutet immer dasselbe: Es ist der Bürger, der bei einer solchen Massnahme die Zeche zahlen wird.»
Deshalb wehrt sich auch «Piotr Szut» gegen mehr gesetzlich verankerte Ferien: «Die Schweizer Unternehmen brauchen jedes bisschen Wettbewerbsfähigkeit».
Eine Ferienwoche mehr würde hoffentlich neue Arbeitsstellen schaffen und die Gesundheit entlasten.
Dem stimmt «Mon Opinion» grundsätzlich zu. Für ihn wäre jedoch ein Kompromiss zeitgemässer: «Es gibt mehrere Kategorien von Personen, für die mehr Ferien notwendig wären: Ein Elternteil mit Kind sollte von mehr Urlaubstagen profitieren können. Ebenso wie eine Person, die auf Baustellen oder bei jeder anderen körperlichen Arbeit tätig ist.»
Gerade wegen Familien mit Kindern spricht sich «Martina L.» für mehr Ferien aus: «Die Kinder haben 13 Wochen Ferien, die Eltern fünf. Wenn sich beide beteiligen, ist das schön und gut, doch weiter ein grosser organisatorischer Akt, den viele unterschätzen», schreibt sie.
Und sie ergänzt: «Fehlt ein Teil, ist es fast ein Ding der Unmöglichkeit, warum also nicht mal in das Wohlergehen der Bevölkerung und das der Kinder investieren? Mindestens eine Ferienwoche mehr sollte drin liegen, das wiederum würde hoffentlich neue Arbeitsstellen schaffen und die Gesundheit, den Druck, den Stress entlasten.»
Diese Entlastung sieht «Sentinelle Civique» als Notwendigkeit für alle Menschen, auch die ohne Kinder: «Allen sechs Wochen Ferien zu gewähren, bedeutet anzuerkennen, dass eine Wirtschaft nicht dauerhaft gegen jene prosperieren kann, die sie am Leben erhalten. Gewiss würde eine solche Massnahme von den Unternehmen organisatorische Anpassungen verlangen», schreibt er.
«Aber diese Schwierigkeiten dürfen das Wesentliche nicht vergessen lassen: Ein ausgeruhter Arbeitnehmender ist eher in der Lage, effizient zu arbeiten und sich langfristig einzubringen».
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