Gegenspieler schlägt bei Amateur-Spiel Ahmad K. spitalreif

- Ein Mikro-Influencer hat nach einem Drittliga-Spiel in Basel-Land den Reinach-Spieler Ahmad K. niedergeschlagen.
- K. liegt mit doppeltem Kieferbruch im Unispital Basel und will bei der Polizei Anzeige erstatten.
- Der Beschuldigte will sich nach Rücksprache mit seinem Anwalt am Dienstag äussern.
- Beide Vereine verurteilen Gewalt.
«Ich spiele seit 14 Jahren Fussball, aber so etwas habe ich noch nie erlebt», sagt Ahmad K.*, als ihn 20 Minuten am Telefon erreicht. Der Amateurkicker des FC Reinach wurde am vergangenen Samstag Opfer einer Gewaltattacke nach dem Drittliga-Spiel gegen US Olympia 1963 und liegt mit doppeltem Kieferbruch im Unispital Basel.
«Es gab während des Spiels normale Sticheleien, wie es im Fussball halt ist mit den Emotionen», so K. Nach Abpfiff sei es dann aber völlig aus dem Ruder gelaufen. «Nach dem Spiel lief ich weg, als ich von der Seite eine Faust mitten ins Gesicht bekam. Ich lag sofort am Boden.»
Nach dem Schlusspfiff eskaliert es
Beim Übeltäter handelt es sich gemäss dem Opfer um einen Schweizer Mikro-Influencer. Wie K. berichtet, ist der Content-Creator schon in der Schlussphase der Partie gewalttätig geworden.
«In der 85. Minute kam er zu mir und gab mir einfach so einen Ellbogenschlag», sagt der Reinach-Spieler. Er habe dem Influencer zugerufen, er solle doch besser weiter Tiktoks drehen, was jenen offenbar weiter angestachelt habe. «Wie auf den Videobildern zu sehen ist, zieht er nach dem Spiel aus dem Nichts die Captainbinde ab und haut mir in die Fresse.»
«Er entschuldigt sich nur, weil er seinen Ruf retten will»
Gleich kurz danach habe sich der Übeltäter bei ihm entschuldigt. Doch K. kauft ihm das nicht ab und will nun Anzeige bei der Polizei erstatten: «Er entschuldigt sich nur, weil er seinen Ruf retten will. Ich bin nicht dumm.» Die Sticheleien auf dem Platz würden keineswegs einen solchen Schlag rechtfertigen. «Sie haben mir schon alle möglichen Fluchwörter zugeworfen, aber ich wurde noch nie gewalttätig. Das, was er gemacht hat, geht gar nicht. Er muss für seine Tat geradestehen.»
Was hältst du davon, wenn nach einem Amateurspiel die Emotionen so eskalieren?
Gerüchten, wonach er seinen dunkelhäutigen Gegenspieler vor der Gewalteskalation rassistisch beleidigt haben soll, widerspricht K. vehement. «Rassistische Äusserungen? Nicht ein Wort. Meine besten Kollegen sind schwarz, ich bin selber Kurde aus dem Irak. Wir wollten einfach nur Fussball spielen.»
Olympia distanziert sich von Gewalt
Der Beschuldigte verwies nach Anfrage von 20 Minuten darauf, dass er sich mit seinem Anwalt bespreche und am Dienstag eine Stellungnahme schicken werde.
Olympia-Präsident Gaetano Gugliuzzo bedauert den Vorfall. Gegenüber 20 Minuten lässt er mitteilen: «Wir vom US Olympia distanzieren uns von jeder Art von Gewalt und entschuldigen uns für den Vorfall.» Man habe sich beim Verband betreffend die Entstehung der Eskalation bereits erklärt. Mehr könne man aktuell nicht sagen.
Biu Phan, Präsident des FC Reinach, bestätigt gegenüber 20 Minuten den Vorfall und den Fakt, dass der betroffene Reinach-Spieler seit Samstag in ärztlicher Behandlung im Spital sei, ebenfalls. Da die polizeilichen Ermittlungen erst anlaufen, wolle man sich zum Vorfall derzeit nicht weiter äussern. «Der FC Reinach verurteilt jegliche Form von Gewalt. Unser Augenmerk gilt momentan der Gesundheit und Genesung unseres Spielers.»
Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
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