Spionage-Affäre im NDB – VBS legt Abschlussbericht zur Cyberaffäre im NDB vor

- Vorfälle im Cyberressort des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) führten ab 2021 zu mehreren internen und externen Untersuchungen.
- SRF-Recherchen zeigten im Juni 2025, dass eine Cyberabteilung des NDB sensible Daten mit privaten Cybersicherheitsfirmen teilte, darunter auch mit der russischen Kaspersky.
- Daraufhin hatte der VBS-Chef, Bundesrat Martin Pfister, eine weitere externe Administrativuntersuchung eingeleitet.
- Über die Ergebnisse der Untersuchung informieren Dominique Müller, Rechtsanwalt bei Lenz & Stähelin, VBS-Chef Martin Pfister, sowie der Direktor des NDB Serge Bavaud und Kommunikationschef Renato Kalbermatten.
Der Bericht zur im Sommer 2025 in Auftrag gegebenen Untersuchung hält fest, dass die Vorkommnisse im NDB «hinreichend geklärt» seien, aber es gibt Vorbehalte.
«Gewisse Unsicherheiten verbleiben hinsichtlich der Verdachtsmomente bei der früheren Zusammenarbeit des Ressorts Cyber mit Kaspersky», heisst es in der Mitteilung des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS).
Zu der Affäre mit der russischen Cyberfirma Kaspersky, äussert sich das VBS weniger klar. «Gewisse Unsicherheiten verbleiben hinsichtlich der Verdachtsmomente bei der früheren Zusammenarbeit des Ressort Cyber mit Kaspersky», heisst es in der Mitteilung. Denn nach einer Anzeige der Aufsichtsbehörde wegen Verdachts auf Spionage ermittelt die Bundesanwaltschaft seit gut einem Jahr, ob klassifizierte Informationen mit der russischen Cybersicherheitsfirma Kaspersky systematisch geteilt worden sind und auf diesem Weg an russische Geheimdienste gelangt sein könnten.
Keine Hinweise auf Datenlöschungen im grossen Stil
Das VBS führte einzig aus, dass die Administrativuntersuchung über die bekannten Vorwürfe hinaus keine grundsätzlich neuen Erkenntnisse oder belastbare Hinweise auf verbotenen politischen Nachrichtendienst ergeben habe. Und Hinweise auf Datenlöschungen «im grossen Stil», die ehemaligen Mitarbeitenden des NDB im Zusammenhang mit dem Fall Kaspersky ebenfalls vorgeworfen worden sind, bestünden nicht.
Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hatte vor gut einem Jahr – gestützt auf einen Geheimbericht des NDB – aufgedeckt, dass befreundete Geheimdienste den Nachrichtendienst im Jahr 2021 vor den möglichen Datenabflüssen gewarnt haben. Daraufhin beauftragte Verteidigungsminister Martin Pfister das unabhängige und externe Anwaltsbüro Lenz & Staehelin mit der nun abgeschlossenen Untersuchung.
Bereits zuvor hatte es zu den Vorkommnissen, die von 2015 bis 2020 stattgefunden haben sollen, eine ganze Reihe interner und externer Berichte gegeben. Die Empfehlungen daraus seien gemäss dem VBS «grundsätzlich umgesetzt». Das hat die neuste Untersuchung weiter ergeben, wie es am Montag vor den Medien in Bern weiter hiess.
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