«Dummes Geschwätz und Polemik»: David Degen kontert Kritik

Darum gehts
- FCB-Verwaltungsratspräsident David Degen weist Kritik der «bz Basel» an seiner Führung scharf zurück.
- Er räumt jedoch ein, dass der FC Basel zu viele Trainerwechsel hatte – dies stimme ihn intern unzufrieden.
- Die Verpflichtung von Stephan Lichtsteiner als Coach bezeichnet Degen als Fehler: Man hätte auf einen erfahrenen Trainer setzen sollen.
Bevor am Dienstag der neue FCB-Trainer Slavisa Jokanovic den Medienschaffenden Rede und Antwort stand, beantwortete auch David Degen Fragen an einer Pressekonferenz. Gleich in der ersten Frage wird der FCB-Boss mit einem Text der«bz Basel» konfrontiert, in welchem vor Kurzem eine Analyse mit dem Titel «Das System Degen steuert auf sein Ende zu» publiziert wurde.
«Ich denke, das ist seit fünf Jahren eine Fehde gegen mich – vermutlich auch persönlicher Natur», kontert Degen den kritischen Artikel gegen seine Person. «Es ist nicht das System Degen, es ist das System FC Basel mit dem Ziel der nachhaltigen wirtschaftlichen Stabilität. Alles andere ist dummes Geschwätz und Polemik», so der 43-Jährige.
David Degen: «Hatten zu viele Trainerwechsel»
Angesprochen auf die gesamthafte Situation rund um den FC Basel unter seiner Führung, reagiert Degen mit Unverständnis. Er könne sich die medialen Unruhen um seine Person auch nicht erklären, meint der FCB-Boss. «Denn wir sind finanziell stabil, wir sind in Basler Händen. Mir ist bewusst, dass ich polarisiere. Und dass wir den einen oder anderen Trainerwechsel zu viel hatten, stimmt uns natürlich auch intern unzufrieden», räumt Degen selbstkritisch ein.
Man könne die Gesamtsituation aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Ihm gehe es primär um langfristige Stabilität. «Und klar muss auch sein: Wir müssen davon leben, was wir erwirtschaften. Wir sind keine Geldmaschine, sondern müssen einfach schauen, dass wir am Ende des Tages auf Null sind und idealerweise ein Plus erwirtschaften können», stellt Degen klar.
«Wir müssen aufhören, zu träumen»
Den Vorwurf, der FCB würde sich von Basel und der Basis entfremden, kann Degen nicht nachvollziehen. «Woher soll ich die Spieler mit der angeblichen rotblauen DNA denn herholen?», fragt der FCB-Präsident rhetorisch. Die Zeiten im Profifussball hätten sich geändert. Auch bei Vereinen wie Borussia Dortmund würden heute nur noch wenige Einheimische in der ersten Mannschaft spielen. «Wir müssen aufhören, zu träumen und immer zurückzuschauen.»
Einen Fehler sieht Degen bei der Verpflichtung Stephan Lichtsteiners ein. «Wir hätten nie auf einen jungen Trainer setzen sollen, sondern auf einen Erfahrenen. Das ist die Hauptkritik, der ich mich stellen muss», erklärt der Basel-Boss. Lichtsteiner habe sowieso nur wegen ihm überhaupt noch in die laufende Saison als FCB-Trainer starten dürfen. «Ich habe ihm versprochen, dass er die Chance kriegt, mit einem neuen Team bei Null anzufangen.»
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Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
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