Firmenpleiten: Schweiz verzeichnet historischen Negativrekord

- Die Zahl der Firmenpleiten in der Schweiz erreicht 2026 mit wohl 15'000 Fällen einen historischen Höchststand.
- Das sind etwa doppelt so viele wie vor vier Jahren und dreimal so viele wie vor der Corona-Krise.
- Laut Allianz Trade ist hauptsächlich das seit 2025 geltende neue Insolvenzrecht dafür verantwortlich.
Güggeli-Express, Hans Hassler, Rüedu: Die Zahl der Firmenpleiten in der Schweiz erreicht dieses Jahr einen historischen Höchststand von wohl 15'000 Fällen, wie die Allianz Trade in ihrem Insolvenz-Report schreibt. Das sind etwa doppelt so viele wie noch vor vier Jahren und das Dreifache des Durchschnitts vor der Corona-Krise.
2026 wird damit bereits das sechste Jahr in Folge mit einem Anstieg. Die Autoren des Reports schreiben von einer beispiellosen Insolvenz-Welle, die sich aber nur teilweise durch die finanziellen Herausforderungen erklären lasse. Die Schweizer Gesamtwirtschaft wächst denn auch stärker als erwartet. Der Bund hob seine Wachstumsprognose zuletzt deutlich an. «Stark verantwortlich für die hohe Anzahl Insolvenzen ist das neue Insolvenzrecht, das seit 2025 in Kraft ist», sagt Jan Möllmann, CEO von Allianz Trade in der Schweiz.
Pleitewelle wegen Gesetzesänderung
Seit der Gesetzesänderung müssen öffentlich-rechtliche Gläubiger wie Steuerbehörden und Sozialversicherungen ihre ausstehenden Forderungen konsequenter über Betreibungsverfahren durchsetzen. Dadurch werden zahlreiche bislang aufgeschobene oder verdeckte Insolvenzen beschleunigt sichtbar, insbesondere in Branchen mit knappen Margen, hoher Verschuldung oder eingeschränkter Liquidität.
Möllmann geht davon aus, dass es im nächsten oder übernächsten Jahr zu einer «Normalisierung auf diesem neuen, hohen Niveau» kommen wird.
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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft
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