Öko-Test schmeißt ein: Fünf Zinkpräparate mit Vitamin C sind "ungenügend"

Öko-Test schmeißt einFünf Zinkpräparate mit Vitamin C sind "ungenügend"
29.10.2026, 07:11 Uhr
Die Erkältungszeit ist da. Was an sich schon kein Grund zum Jubeln ist. Noch dazu kommt Öko-Test zu dem Schluss, dass Kombipräparate aus Zink und Vitamin C gegen die Unbill keinen echten Mehrwert für an sich gesunde Menschen bieten.
Ein robustes Immunsystem kann jetzt helfen, Viren und Bakterien abzuwehren. In der Hoffnung, es zu unterstützen, greifen viele Menschen zu Kombipräparaten mit Zink und Vitamin C, die den Ruf als "Immunbooster" haben.
Öko-Test hat 21 Nahrungsergänzungsmittel (NEM) mit einer Kombination aus Vitamin C und Zink in Drogerien, Supermärkten, Apotheken und Online-Shops eingekauft - darunter Kapseln, Tabletten, Lutschtabletten, Brausetabletten und ein Flüssigkonzentrat. Dabei wurden Produkte ausgewählt, die laut Nährwertdeklaration keine weiteren Vitamine oder Mineralstoffe enthalten, sowie die niedrigste angebotene Dosis. Pro höchster empfohlener Tagesdosis zahlten die Tester zwischen 0,03 und 1,93 Euro.
Um den Nutzen der Präparate zu beurteilen, wurde die aktuelle veröffentlichte Studienlage ausgewertet. In allen Produkten wurden durch ein spezialisiertes Labor die Vitamin-C- und Zink-Gehalte gemessen und geprüft, ob sie innerhalb der Toleranzbereiche der deklarierten Werte liegen. Da es noch immer keine EU-weiten verbindlichen Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln gibt, wurden für die Bewertung der Vitamin-C- und Zink-Gehalte die Höchstmengenempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zugrunde gelegt (6,5 mg/ Tag.). Die Obergrenze für die tolerierbare tägliche Gesamtaufnahme (Upper Limit, UL) an Zink der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) von 25 mg/Tag, mit der Hersteller oft argumentieren, liegt zwar höher als die BfR-Höchstmengenempfehlungen - sie umfasst jedoch auch die Zinkaufnahme aus anderen Quellen wie Lebensmitteln.
Etliche der Präparate sind überdosiert
Aus den Studien, die sich mit der Supplementierung von Zink bei akuten Erkältungen und nicht zur Prophylaxe beschäftigen, lässt sich demnach schon mal keine eindeutige Empfehlung ableiten. Für einen messbaren Effekt zur Verkürzung der Erkältungsdauer wurden auch hier Dosen eingenommen, die zum Teil laut Professor Lothar Rink, Zinkexperte an der Universitätsmedizin Aachen, bei dauerhafter Einnahme sogar toxisch wirken können. Wer über einen längeren Zeitraum mehr als 25 mg/Tag zu sich nimmt, riskiert negative Folgen für die Gesundheit wie einen Mangel an Kupfer, das wichtig für die Blutbildung ist.
Anhand der Zutatenlisten der getesteten Produkte wurden umstrittene Zusatzstoffe wie Phosphate, Talkum, Carboxymethylcellulose, Polysorbat 80 und Süßstoffe erfasst.
Ergebnis: Etliche der Präparate sind überdosiert, hinzu kommen unerwünschte Zusatzstoffe und fehlende oder problematische Auslobungen. Ganze drei Viertel der Produkte erhalten die rote Karte und wurden für "mangelhaft" oder "ungenügend" befunden. Zu den Testverlierern gehören unter anderem "Unizink Kombikraft Zink + Vitamin C + Heidelbeerextrakt, Flüssigkonzentrat", "Vitamaze Vitamin C + Zink, Tabletten" von Vitamaze und "Vitamin C plus Zink-Brausetabletten" von Ratiopharm. Nur die "Cetebe Abwehr Fit Vitamin C + Zink, Lutschtabletten" wurden mit "befriedigend" bewertet (0,13 Euro pro höchster empfohlener Tagesdosis).
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