38 Vollzeitstellen gestrichen: SRF gibt neue Sparmassnahmen bekannt
38 Vollzeitstellen gestrichen
SRF gibt neue Sparmassnahmen bekannt
Nachdem heute Vormittag die SRG über den Massnahmenkatalog für das Jahr 2027 informiert hat, wird es beim Sender SRF jetzt noch konkreter. 38 Vollzeitstellen werden abgebaut, das Programm umgebaut.
Publiziert: vor 11 Minuten
Aktualisiert: vor 1 Minute
Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hat die konkreten Massnahmen im Rahmen des SRG-weiten Transformationsprojekts «Enavant» bekannt gegeben. Bis 2027 spart das Medienhaus 9,7 Millionen Franken ein und baut 38 Vollzeitstellen ab. Hintergrund ist der Beschluss des Bundesrats, die Radio- und Fernsehgebühren schrittweise zu senken. Die SRG muss dadurch bis 2029 insgesamt rund 270 Millionen Franken einsparen, wovon 80 Millionen Franken bereits bis 2027 realisiert werden müssen. Bereits am Vormittag gab die SRG Einsparungen bei Kaderstellen bekannt.
Von den 9,7 Millionen Franken Einsparungen bei SRF entfallen 7,9 Millionen Franken direkt auf die Einheit SRF und 1,8 Millionen Franken auf den Bereich Operationen. Der Abbau der 38 Vollzeitstellen lässt sich etwa zur Hälfte über die natürliche Fluktuation auffangen. In den übrigen Fällen kommt es zu Kündigungen und Frühpensionierungen unter Anwendung des SRG-Sozialplans.
«Leider unumgänglich»
SRF-Direktor Roger Elsener (48) bedauert die Personaleinschnitte: «Dass wir uns von geschätzten Kolleginnen und Kollegen trennen müssen, fällt uns schwer – ist aber aufgrund der Sparvorgaben leider unumgänglich.» Dass nicht mehr Kündigungen nötig werden, führt er auf die bisherige Personalpolitik zurück: «Bei SRF besetzen wir freie Stellen seit längerem nur noch restriktiv. Dadurch sind weniger Kündigungen nötig als bei früheren Sparpaketen. Darüber sind wir als Leitungsteam froh.»
Die Sparmassnahmen führen auch zu Veränderungen im TV-Programm auf SRF 1. Der lineare Sendeplatz des Formats «Reporter» am Mittwochabend fällt weg; die Marke wird künftig digital weitergeführt. Der «Kulturplatz» rückt dafür ab 2027 auf den Sendeplatz um 21:00 Uhr in die Primetime vor. Auf dem bisherigen «Kulturplatz»-Sendeplatz um 22:25 Uhr folgen Sendungen wie «rec.» und «SRF Impact». Der «DOK»-Sendeplatz am Donnerstag um 20:10 Uhr wird neu um Inhalte wie «Mona mittendrin», «Donat auf Achse» und Dokumentationen der Schwester-Sender RTS und RSI ergänzt.
Radio setzt auf 40 wirkungsstärkste Wochen
Zudem senkt SRF die Herstellungs- und Produktionskosten bei verschiedenen Formaten, darunter die Unterhaltungssendungen am Samstagabend, «SRF bi de Lüt», «Late Night Switzerland», «Einstein», «Puls» und der «Literaturclub». Erstausstrahlungen werden mit Ausnahme von Sportübertragungen auf die Primetime fokussiert. Bei Informationssendungen wie «Kassensturz» und «Rundschau» ist eine engere Zusammenarbeit mit den anderen Sprachregionen vorgesehen.
Im Radio konzentriert sich SRF bei wöchentlichen Formaten künftig auf die 40 wirkungsstärksten Wochen des Jahres. In den Sommermonaten und an Feiertagen laufen vermehrt Wiederholungen. Betroffen sind unter anderem «International», die «Samstagsrundschau» und «Spasspartout». SRF Virus wird stärker auf digitale Plattformen ausgerichtet. Die Kultursender Radio SRF 2 Kultur, RTS Espace 2 und Rete Due arbeiten künftig enger zusammen; der Standort Basel bleibt erhalten.
«SRF muss sparen»
Parallel richtet SRF seine Angebote verstärkt auf die digitale Nutzung und den Streamingdienst Play+ aus. Roger Elsener betont bezüglich der Strategie: «Wir verändern SRF nicht nur, um Kosten zu senken. Mit den beschlossenen Massnahmen entwickeln wir uns gleichzeitig weiter in Richtung modernes, digitales Medienhaus, das die ganze Deutschschweiz erreicht.»
Er fasst zusammen: «SRF muss sparen. Das führt zu sicht- und hörbaren Veränderungen in unserem Angebot. Gleichzeitig nutzen wir diese Phase, um die digitale Transformation konsequent voranzutreiben. So stellen wir sicher, dass wir unseren publizistischen Auftrag auch künftig für die Menschen in der Deutschschweiz erfüllen.»
Ergänzend baut der SRG-weite Bereich «Angebot» 7,4 Millionen Franken und 12 Stellen abbauen. Unter anderem verzichtet die SRG ab der Saison 2027/2028 auf Live-Übertragungen der UEFA Champions League.
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