Folge der Hitze – Wie Vögel vom Rückzug der Gewässer profitieren

Die Regenpfeiferartigen, auch als Limikolen oder Watvögel bekannt, sind eine Familie verschiedener Zugvögel, die Feuchtgebiete bevorzugen. Sie haben besonders vom Wetter der letzten Wochen profitiert.
Während ihrer Reise zwischen der arktischen Tundra – wo sie sich fortpflanzen – und dem tropischen Afrika, wo sie überwintern, müssen sie Zwischenstopps einlegen. Diese Rastplätze sind idealerweise breite Sand- und Kiesbänke am Rand von Gewässern. Dank der Hitze in diesem Sommer gibt es jetzt mehr davon.
Das Gespräch mit Lionel Maumary bei RTS:
«Sie brauchen eine 360-Grad-Sicht, um Raubtiere von weitem kommen zu sehen, etwa den Sperber oder den Falken, und auch um ihre Nahrung zu suchen, indem sie Steine umdrehen oder im Schlamm und Kies wühlen», erklärt Lionel Maumary gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). Er ist Biologe und Präsident des Ornithologischen Vereins Lausanne.
Solche bevorzugten Bedingungen gibt es dort, wo keine Vegetation wächst – insbesondere auf Flächen, die jüngst noch mit Wasser bedeckt waren. Diese können den Zugvögeln vorübergehend als Rastplätze dienen, als Ersatz für verschwundene Sumpfgebiete.
Aber auch eine weitere Bedingung ist gemäss Maumary wichtig: Die Trockenheit dürfe nicht dauerhaft sein. Nur wenn diese Flächen während eines grossen Teils des Jahres unter Wasser seien, blieben sie weiterhin frei von Vegetation.
Innerhalb weniger Jahrzehnte haben mehrere Watvogelarten aufgehört, in der Schweiz zu brüten. Dies ist etwa der Fall bei der Bekassine oder beim Grossen Brachvogel.
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