Für die Fusion: Wurde Migros-Chef Mario Irminger herausgedrängt?

- Migros-CEO Mario Irminger und Supermarktchef Peter Diethelm treten vor der geplanten Fusion der zehn Genossenschaften ab.
- Beide begründen den Abgang mit ihrem Alter: Sie sind dann 62 Jahre alt.
- Eine Insiderin vermutet, dass die Genossenschafts-Chefs Irminger abgesägt haben
- Die Migros widerspricht.
Am Montag kam es zum Beben bei der Migros. Nicht nur soll aus zehn nur noch eine Genossenschaft werden. Vor der Fusion treten auch noch CEO Mario Irminger und Supermarktchef Peter Diethelm ab. Sie planen ihren Abgang zur Urabstimmung im nächsten Sommer, wenn die Genossenschafterinnen und Genossenschafter über die Fusion abstimmen.
Offiziell begründen sie ihren Abschied mit dem Alter. Beide sind dann 62 Jahre alt. Irminger sagte, die mehrjährige Transformation solle in die Hände jüngerer Kräfte übergeben werden. Doch ob beim Entscheid zum Abgang wirklich alles harmonisch ablief, hält eine Insiderin mit Branchenwissen für fragwürdig. «Vom Alter her könnte Irminger das noch», sagt sie zu 20 Minuten.
Stecken die Regional-Chefs dahinter?
Sie vermutet, dass die zehn Genossenschafts-Chefs hinter seinem Abgang stecken. Schliesslich mussten sie der Fusion und damit ihrer eigenen Entmachtung zustimmen. In Zukunft soll es nur noch fünf Regionen mit Regionalleitern geben. Die Hälfte der Genossenschafts-Chefs dürfte also bald ausgedient haben. «Vielleicht war es eine Bedingung der Genossenschaften, dass einer von ihnen neuer Migros-CEO wird.» Sonst hätten sie wohl nicht zugestimmt, sagt die Insiderin.
Das Finanzportal «Inside Paradeplatz» berichtet unter Berufung auf Migros-Interna von Zoff in der Teppichetage. So soll Präsidentin Ursula Nold die Genossenschaftspräsidenten mit Irmingers Abgang hinter sich geschart und damit ihre eigene Macht gesichert haben.
Wie findest du es, wenn bei einem Grossunternehmen wichtige Köpfe kurz vor einer Fusion abtreten?
Migros-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir widerspricht: «Der Entscheid von Mario Irminger hat nichts mit Widerständen oder einem Machtkampf zu tun», sagt sie auf Anfrage. Irminger werde Anfang nächsten Jahres 62 Jahre alt. Die bevorstehende Transformation dauere mindestens fünf Jahre und solle von einer Führung verantwortet werden, die sie von Anfang bis Ende begleiten könne. «Mario Irminger steht vollständig hinter der Gruppengenossenschaft, nimmt seine Funktion bis zur Urabstimmung Mitte 2027 vollumfänglich wahr und wird sich weiterhin mit grosser Überzeugung für das Vorhaben einsetzen», sagt die Sprecherin.
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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft
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