Schädel in Baugrube: Anwohner macht vermeintlich grausigen Fund

- In Weisslingen ZH hat ein Bagger beim Umgraben einer Böschung zufällig ein rund 2300 Jahre altes Keltengrab freigelegt.
- Ein aufmerksamer Anwohner entdeckte den menschlichen Schädel in der Baugrube und alarmierte die Polizei.
- Bei den Knochen handelt es sich laut Archäologen wohl um eine 16- bis 20-jährige Frau mit Bronzeketteli, Fingerring und Glasperlen als Grabbeigaben.
In Weisslingen im Kanton Zürich hat ein Bagger beim Umgraben einer Böschung zufälligerweise ein tausende Jahre altes Skelett freigelegt – entdeckt wurde es nur dank eines aufmerksamen Anwohners. Ausgrabungsleiterin Manuela Zahner spricht gegenüber dem «Tages-Anzeiger» von einem «grossen Zufall und Glücksfall» für die Archäologinnen und Archäologen des Kantons Zürich.
Schon vor knapp 200 Jahren wurden in dem Gebiet Gräber aus der Keltenzeit entdeckt, weshalb die Kantonsarchäologie die Bauarbeiten für eine Überbauung vor Ort schon von Beginn an begleitete. Beim Graben auf dem Gelände, wo sich zuvor ein Kindergarten befunden hatte, durchschnitt ein Bagger dann tatsächlich eine Grabstätte – allerdings zunächst, ohne dass dies die Arbeiter oder Archäologen bemerkten.
Fund löste Polizeieinsatz aus
«Offensichtlich entdeckten ein aufmerksamer Anwohner und sein Mitbewohner am Abend einen menschlichen Schädel in der Baugrube und riefen daraufhin die Polizei», berichtet Zahner im Mitteilungsblatt «de Wisliger». Diese kam schnell zum Schluss, dass es sich nicht um ein Opfer einer aktuellen Gewalttat handelt, und informierte die Kantonsarchäologie.
Wie findest du es, wenn bei Bauarbeiten plötzlich ein altes Grab entdeckt wird?
Mittlerweile wurden die sterblichen Überreste und diverse weitere im Grab gefundene Gegenstände genauer untersucht. Das Grab ist laut den Archäologen etwa 2300 Jahre alt, bei den gefundenen Knochen handelt es sich wohl um eine 16 bis 20 Jahre alte Frau, wie die Forschenden auf Basis einer Analyse des Gebisses vermuten.
So reich geschmückt wurde die Person bestattet
Die Grabbeigaben deuten laut Zahner darauf hin, dass die Frau «nicht superreich», aber doch vermögend war. «Die gefundene Person hatte ein hübsches Bronzeketteli an», so die Archäologin zum «Tages-Anzeiger», weiter fanden die Forschenden auch einen Fingerring, Glasperlen und zwei Bronze-Klammern zum Befestigen von Kleidungsstücken.
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Für die Kantonsarchäologie ist der Fund ein Glücksfall: «Ohne den Bagger wären die Gebeine vielleicht nie entdeckt worden», sagt Zahner. Jetzt soll das Skelett weitere Erkenntnisse zu den Kelten liefern – etwa, wie sich die Menschen damals gekleidet und ernährt haben. Schon vor zehn Jahren kam es zu einem ähnlichen Fund: Das Grab der «Urzürcherin» lieferte damals wichtige Erkenntnisse zur prähistorischen Lebensweise.
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Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.
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