Rente mit 63: Verdi macht Druck auf Schweitzer
Angesichts der geplanten Rentenreform stellt Frank Werneke, Chef der Gewerkschaft Verdi, Forderungen an den zuständigen neuen Bundesarbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD).
Werneke fordert in den Funke-Medien einen Gesetzentwurf, "der auf die Anhebung des Renteneintrittsalters verzichtet" und "die Rente für besonders langjährig Versicherte mit 45 Beitragsjahren erhält". Zudem müsse das Rentenniveau bei 48 Prozent über das Jahr 2031 hinaus stabilisiert und ausgebaut werden.
Seit Sommer liegt der Entwurf der Rentenkommission vor - einige Punkte sind strittig. Einen Gesetzentwurf aus dem Arbeitsministerium gibt es bislang nicht. Ändert sich das mit dem neuen Minister?
18.10.2026 | 3:47 minVerdi-Chef: Abschlagsfreie Frührente "finanzierbar"
Werneke verteidigte die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren, die sogenannte Rente mit 63. Sie sei "am Ende auch finanzierbar", betonte der Gewerkschaftschef. Die rund zehn Milliarden Euro, die die Abschaffung der Rente mit 63 einsparen soll, entsprächen "ungefähr 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte beim Rentenversicherungsbeitrag", sagte er. "Das finanziell darzustellen, ist möglich."
Das bedeute aber nicht, dass die Beiträge deshalb um 0,1 Prozentpunkte angehoben werden sollen, sagte der Verdi-Chef. "Die derzeit bestehenden Beitragsprognosen gehen von der Beibehaltung der Rente nach 45 Beitragsjahren aus."
Laut „Bild“ soll die Unionsfraktion einen Kompromissvorschlag zur Rentenreform vorgelegt haben. Pflege- und Kindererziehungszeiten sollen demnach nicht mehr voll auf die Beitragsjahre angerechnet werden, berichtet ZDF-Hauptstadtkorrespondentin Nicole Diekmann.
20.10.2026 | 3:10 minWerneke: Frührente würdigt Lebensleistungen
Das Argument, dass diese Form der Frührente vor allem von gutverdienenden Arbeitnehmern mit Bürojobs in Anspruch genommen wird, und nicht von denjenigen, für die sie gedacht war, nämlich Menschen, die körperlich schwer arbeiten müssen, wies Werneke zurück.
"Das Argument unterstellt, dass für die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren nur eine bestimmte Gruppe vorgesehen war. Das stimmt nicht", betonte er. "Sie war unter dem Betrachtungswinkel eingeführt worden, die Lebensleistung besonders von denjenigen zu würdigen, die lange gearbeitet haben oder Erziehungszeiten hatten."
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Der Gewerkschafter bezifferte die Zahl der Betroffenen auf "über 250.000 Menschen pro Jahrgang". Für sie spiele die Frage eine wichtige Rolle, ob respektiert, gesehen und wertgeschätzt werde, dass sie lange gearbeitet haben.
Es macht einen Unterschied, ob man mit 16 Jahren angefangen hat zu arbeiten oder erst mit Ende 20 nach einer akademischen Ausbildung. Das sitzt ganz tief bei sehr vielen Menschen.
Frank Werneke, Chef der Gewerkschaft Verdi
Viele Deutsche finden, dass Lasten ungerecht verteilt sind. Woran machen wir "Gerechtigkeit" bei Rente, Pflege oder den Krankenkassen eigentlich fest - und was könnte sich ändern?
15.10.2026 | 9:22 minKritik an der Abschaffung der Rente mit 63
Eine von der Regierung eingesetzte Rentenkommission hatte Ende Juni 33 Empfehlungen zur Rente vorgestellt, darunter die Abschaffung der Rente mit 63. Die Spitzen von Union und SPD kündigten anschließend an, alle Vorschläge im Paket umsetzen zu wollen.
Sowohl aus der SPD als auch von CDU-Ministerpräsidenten aus Ostdeutschland kommt aber Kritik an der Abschaffung der Rente mit 63. Zuständig für einen Gesetzentwurf zur Rentenreform ist Arbeitsminister Schweitzer.
Mutmaßliche Kompromiss-Idee aus Union
:Wie eine Lösung bei der "Rente mit 63" aussehen könnteIn der Debatte um das Ende der "Rente mit 63" wird wohl ein Kompromissvorschlag der Union diskutiert. Die Frührente könnte bleiben, aber mit Einschnitten - besonders für Frauen.
von Johannes Lieber und Jan Henrich
mit Video3:47
FAQ
Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, unter anderem in Berlin direkt am 18.10.2026 sowie im Mittagsmagazin am 20.10.2026 ab 12:10 Uhr.
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