Beziehungen zu Pjöngjang – Aussenminister Cassis auf diplomatischer Mission in Nordkorea

Am Wochenende zeigte sich Nordkoreas Diktator Kim Jong-un wieder einmal öffentlich. Nachdem es zuvor Gerüchte über seinen angeblichen Tod gegeben hatte, feierte er demonstrativ die Eröffnung einer neuen Brücke nach China.
Dass Aussenminister Ignazio Cassis bei seiner Nordkorea-Reise auch den nordkoreanischen Machthaber trifft, sei nicht geplant, erklärt der Zuständige im Aussendepartement, Markus Leitner, der ebenfalls mitreisen wird. Geplant sei ein Arbeitstreffen mit der nordkoreanischen Aussenministerin.
«Es ist ein Zeichen, dass die Schweiz den Dialog fördern möchte, Vertrauen schaffen möchte in einer Situation, die aufgeheizt ist. In einer Situation der geopolitischen Differenzen», sagt Leitner und fügt an: «Wir wollen einen Beitrag leisten, dass es nicht zu Missverständnissen kommt oder sogar zu einer grösseren Eskalation.»
Fokus auf politischem Dialog
Erstes und letztes Bundesratsmitglied in Nordkorea war Micheline Calmy-Rey vor 23 Jahren. Sie überschritt sogar die Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea, als erste Vertreterin einer ausländischen Regierung.
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Bild 1 von 2. Symbolischer Akt: Die damalige Bundesrätin Micheline Calmy-Rey überschritt im Mai 2003 die Waffenstillstandslinie von Nord- und Südkorea. Bildquelle: SRF.
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Bild 2 von 2. Nach 23 Jahren wird nun Aussenminister und Bundesrat Ignazio Cassis nach Nordkorea reisen. Bildquelle: REUTERS / Vladislav Culiomza.
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Im diplomatischen Quartier von Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang hat das Aussendepartement zwar keine Botschaft, aber ein Büro. Wegen der Corona-Pandemie wurde es von Nordkorea geschlossen. «Jetzt gehen wir zurück mit einem diplomatischen Büro», sagt Leitner. Der Fokus liege mehr auf dem politischen Dialog und weniger auf der humanitären Hilfe.
Die Schweiz ist auch mit Militärbeobachtern in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea präsent. Schweizer Militärbeobachter überwachen seit 1953 die Demarkationslinie. Sie wurde 1953 im Waffenstillstandsabkommen des Koreakrieges festgelegt.
Das Büro in Pjöngjang soll am Donnerstag in Anwesenheit des Schweizer Aussenministers wiedereröffnet werden.
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