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Friday, October 16, 2026

SRG-Wahlbarometer – «Bin schon sehr besorgt» – «Parlament macht es nicht schlecht»

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Krankenkassenprämien, Klima, Wohnungsnot: Ein Jahr vor den eidgenössischen Wahlen haben viele Menschen klare Erwartungen an die Politik. Eine Strassenumfrage und das neue SRG-Wahlbarometer zeigen: Die Sorgen sind vielfältig, die Geduld teilweise begrenzt.

Ich finde die Krankenkassenprämien schon sehr hoch.

Fragt man die Menschen, was sie in Bundesbern als Erstes anpacken würden, tauchen immer wieder dieselben Themen auf. «Also ich finde die Krankenkassenprämien schon sehr hoch», sagt eine Passantin. Eine andere Frau meint: «Mir liegt schon die Umwelt schwer am Herzen. Und ich habe das Gefühl, sie machen einfach nichts.»

Genannt werden auch die Kinderbetreuung, bessere Chancen für ausländische Arbeitskräfte oder: «Die 13. AHV-Rente. Da geht für mich etwas nicht auf.»

Top-Thema Krankenkassenprämien

Das deckt sich mit den Ergebnissen des aktuellen Wahlbarometers von Sotomo im Auftrag der SRG. Die Krankenkassenprämien werden von 39 Prozent der Befragten zu den drei wichtigsten politischen Herausforderungen gezählt und bleiben damit das Top-Thema. Direkt dahinter folgt der Klimawandel mit 36 Prozent.

Vor allem der aussergewöhnlich heisse Sommer 2026 hat das Thema Klima wieder stärker ins Bewusstsein gerückt. Gleichzeitig zeigen die Daten: Von einer neuen «grünen Welle» wie vor den Wahlen 2019 kann derzeit nicht gesprochen werden. Zwar wird der Klimawandel wieder häufiger als zentrale Herausforderung genannt, das Niveau von damals wird aber nicht erreicht.

Welche Jobs wird es in Zukunft nicht mehr geben?

Neben dem Klima treiben viele Menschen auch wirtschaftliche und technologische Entwicklungen um. «Vielleicht das KI-Thema: Welche Jobs werden entstehen und welche wird es in Zukunft nicht mehr geben?», sagt eine Befragte.

Andere sorgen sich um steigende Lebenshaltungskosten: «Die Preise beim Tanken, die weiter steigen. Und alles, was mit der Inflation zu tun hat.» Oder die internationale Lage. «Also, ich bin schon sehr besorgt, wenn ich sehe, was Donald Trump macht. So richtig einen Rückfall wie ins dunkle Mittelalter.»

Ein gewisses Grundvertrauen der Bevölkerung in die Institutionen eines Landes ist ein wichtiger Pfeiler für das Funktionieren der Demokratie. In der Schweiz bringen etwas über die Hälfte der Bevölkerung den wichtigsten politischen Institutionen grundsätzlich Vertrauen entgegen.

Von den politischen Institutionen am meisten Vertrauen erhält dabei der Ständerat. 58 Prozent der Befragten äussern ein (eher) hohes Vertrauen in die Kantonskammer, während ihr 38 Prozent ein (eher) tiefes Vertrauen entgegenbringen.

Bei den Gemeindeexekutiven geben 55 Prozent an, ihnen (eher) hohes Vertrauen entgegenzubringen, und auch der Bundesrat geniesst bei über der Hälfte der Bevölkerung ein (eher) hohes Vertrauen (54 Prozent). Den Kantonsregierungen (51 Prozent) sowie dem Nationalrat (49 Prozent) wird etwas weniger vertraut.

Und fühlen sich die Menschen von der Politik ernst genommen? Die Antworten fallen gemischt aus. «Ja, es gibt sicher Leute, die das ernst nehmen», sagt eine Befragte.

Andere äussern Skepsis. «Sie gehen guten Mutes nach Bundesbern und sagen: Wir machen das jetzt. Und dann gibt es Einflüsse, sodass man es gar nicht durchziehen kann.»

Wir können stolz sein, dass wir so etwas noch haben: diese Demokratie.

Wieder andere loben das politische System ausdrücklich: «Das Parlament macht es nicht so schlecht. Da können wir uns auf die Schulter klopfen und stolz sein, dass wir so etwas noch haben: diese Demokratie.» Jemand anders meint: «Bei jenen Personen, die ich wähle, habe ich schon das Gefühl, dass sie meine Anliegen vertreten.»

Wählen «wie immer»

Auffällig ist schliesslich die Antwort auf die Frage nach den Wahlen in einem Jahr. Die meisten Befragten wollen ihrer bisherigen politischen Linie treu bleiben. Viermal fällt schlicht die Antwort: «Wie immer.»

«Sie sollen endlich mal, Entschuldigung jetzt, einfach ihren Job machen.» Der Satz bringt auf den Punkt, was viele beschäftigt: Es gibt Probleme, die aus Sicht der Bevölkerung längst bekannt sind. Nun sollen Lösungen folgen.

Ein Jahr vor den Wahlen scheint deshalb auch die Frage im Zentrum zu stehen, wer glaubwürdig vermitteln kann, die Probleme der Bevölkerung lösen zu können.

Die Datenerhebung des SRG‑SSR-Wahlbarometers fand zwischen dem 10. und dem 23. September 2026 statt. Die Befragung erfolgte online, die Teilnehmenden wurden einerseits über die Webportale der SRG SSR, andererseits via Online-Panel von Sotomo rekrutiert.

Nach der Bereinigung und Kontrolle der Daten konnten die Angaben von 25‘092 Stimmberechtigten für die Auswertung verwendet werden (Deutschschweiz: 21‘240, französischsprachige Schweiz: 3201, italienischsprachige Schweiz: 651).

Da sich die Teilnehmenden der Umfrage selbst rekrutieren (Opt-in), können Verzerrungen in der Zusammensetzung der Stichprobe auftreten. Es werden deshalb statistische Gewichtungsverfahren angewendet, damit die Stichprobe hinsichtlich zentraler soziodemografischer Merkmale der Bevölkerung entspricht. Neben räumlichen (Wohnort) und soziodemografischen (Alter, Geschlecht, Bildung) Gewichtungskriterien werden dabei auch politische Gewichtungskriterien beigezogen (Stimm- und Wahlverhalten, regionale Parteienstruktur usw.). Dieses Vorgehen gewährleistet eine hohe Repräsentativität der Stimmbevölkerung der Schweiz.

Für die vorliegende Gesamtstichprobe beträgt das 95-Prozent-Konfidenzintervall für einen 50-Prozent-Anteil +/- 1.2 Prozentpunkte (Fehlerbereich).

Projektteam des Forschungsinstituts Sotomo: Michael Hermann, Sarah Bütikofer, Elia Heer, Simon Stückelberger

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