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Thursday, September 24, 2026

Nach Analyse von DNA-Datenbanken: Claude soll neues Enzymsystem entdeckt haben

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Erst kürzlich hat Anthropic, das Unternehmen hinter dem Chatbot Claude, die Eröffnung eines neuen Biotech-Labors bekannt gegeben. Das Ziel bestehe darin, mithilfe von KI echte biologische Experimente durchzuführen. Jetzt meldet das Unternehmen eine Entdeckung, die es mit der „Genschere“ Crispr vergleicht. Demnach benötigten rund 950 Claude-Agenten 21 Stunden und 210 Millionen Token, um das neuartige Enzymsystem selbstständig zu finden.

Laut Anthropic begannen viele bahnbrechende biologische Entdeckungen damit, dass Forscher ungewöhnliche Naturmuster bemerkten. Genau diesen Prozess will das Team jetzt mit KI systematisieren. „Im Frühjahr 2026 gründeten wir eine Forschungsgruppe, um zu untersuchen, ob allgemeine KI-Modelle solche Entdeckungen systematisieren und beschleunigen können“, heißt es in einem Blogbeitrag über die neue Entdeckung. „Wir glauben, dass diese Beschleunigung durch die Etablierung einer neuen Art der biologischen Forschung zustande kommen wird, bei der Agenten in jedem Schritt des Prozesses mit Menschen zusammenarbeiten.“

Rund 950 Claude-Agenten durchsuchten über 21 Stunden eine riesige DNA‑Datenbank. Einer davon habe beim Durchforsten roher DNA-Sequenzen schließlich eine auffällige Wiederholungssequenz entdeckt. Er soll die Wiederholungen gezählt, Muster mit bekannten Systemen verglichen und entsprechende Fachliteratur geprüft haben. Das bislang unbekannte Enzymsystem weise Crispr-ähnliche Eigenschaften auf. Von den Forschern wird es als „array-assoziierte Reverse Transkriptasen“ (ART) bezeichnet. Laut Anthropic ist Claude eigenständig vorgegangen – das Forschungsteam habe nur den Prompt und die Laborarbeit übernommen.

Die Entdeckung der „Genschere“ Crispr stellte für die Medizin einen bedeutenden Meilenstein dar. Sie schneidet und verändert DNA an genau definierten Stellen und machte es dadurch erstmals möglich, die genetische Ursache von Krankheiten direkt zu korrigieren, anstatt nur die Symptome zu behandeln. Der Vergleich mit dieser Entdeckung heizt die Erwartungen also gezielt an.

Feng Zhang gilt als einer der Pioniere der Crispr-Genom-Editierung. Er ist als Professor am MIT sowie am Broad Institute tätig. „Dies ist ein spannendes Beispiel dafür, wie KI-Agenten zu biologischen Entdeckungen beitragen können“, sagte er laut Anthropic nach Durchsicht des Preprints. „Die Identifizierung von RNA-Wiederholungssequenzen im Zusammenhang mit reversen Transkriptasen ist wirklich faszinierend und verdient weitere Untersuchung.“

Trotz der Vergleiche mit Crispr bleibt zunächst unklar, ob die neue Entdeckung praktische Anwendungen finden wird. Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Anthropic versucht, mehr Wissenschaftler für sein Labor zu gewinnen und in Bereiche wie die Arzneimittelforschung zu expandieren. Der Schritt passt auch zu den Versprechen führender KI-Labore, dass ihre Technologie bei der Bekämpfung von Krankheiten helfen könnte. Anthropic-CEO Dario Amodei hat selbst kürzlich in einem Post auf X angedeutet, dass KI die meisten schweren Krankheiten innerhalb von fünf bis zehn Jahren heilen könnte.

Derzeit laufen laut Anthropic weitere Experimente zur Funktionsweise von ART. Das Unternehmen habe die ersten Ergebnisse veröffentlicht, um der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu zeigen, dass Claude autonom Anomalien erkennen und Analysen vorantreiben kann, um biologische Entdeckungen anzustoßen. Am Ende des Blogbeitrags lädt das Unternehmen andere dazu ein, Vorschläge für weiterführende Forschungsfragen einzureichen. „Wir möchten gerne mit anderen Wissenschaftlern zusammenarbeiten, um diesen Ansatz auf ein breites Spektrum von Problemen in der Genomik und in anderen Bereichen auszuweiten“, heißt es dort.

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