CNN Türk19 EYLÜL AKARYAKIT FİYATLARI | Motorin (mazot) ve benzine zam ya da indirim geldi mi? İstanbul, Ankara, İzmir güncel yakıt pompa fiyatlarıThe Jerusalem PostShroud displaying names of 20,000 Palestinian children unveiled at UN’s NY headquarters - reportPunchSoldiers rescue six kidnapped victims in Kaduna, KatsinaRTP DesportoWarren comanda na Aroeira, portugueses lutam pela subidaESPNOregon wins in 84-0 rout despite missing 2 key players on offense한겨레“규칙 지킨 사람만 불이익”…수험생들 “마감 후 원서 전면 취소하라”InquirerSouth Cotabato solon calls for stronger school safety measuresBollywood HungamaYeh Prem Mol Liya: Himesh Reshammiya to launch title track of Ayushmann Khurrana, Sharvari starrer live with 25-piece orchestra on September 20Inquirer EntertainmentBTS closes 2026 iHeart Radio Music Festival Day 1 with fiery setХабрДемон Сциларда: Энтропия и информацияSözcüYargıtay'dan yeni nafaka kararı: Bu şartları taşıyanlar artık alamayacakCNN بالعربيةالحرس الثوري يضع شرطا بشأن تصدير النفط من أي دولة بالمنطقة
The Daily Newsstand · Free, Always
Saturday, September 19, 2026

Tipps für seine Gastgeber – Ein Expat im Sprachdschungel – was er sich gewünscht hätte

Translate

Luke Stalley promoviert an der Universität Zürich, wohnt in einer WG in Bern und möchte sich in der Schweiz zu Hause fühlen - wenn da die Hürden des Schweizerdeutschen nicht wären.

Im Supermarkt kommt der 32-Jährige mit seinem Hochdeutsch durch, am Küchentisch würde er aber am liebsten das Gespräch auf Schweizerdeutsch verstehen. Vier Erfahrungen – und was er sich von seinen Schweizer Gastgeberinnen und Gastgebern wünscht.

Person mit Brille sitzt lächelnd an einem Tisch, bunte Wandkunst im Hintergrund.
Legende: Seit dreieinhalb Jahren lebt der 32-jährige britische Anthropologe und Soziologe Luke Stalley in der Deutschschweiz. Zurzeit wohnt er in einer WG in Bern. SRF

1. «Wir brauchen Lernmittel für ein allgemeines Schweizerdeutsch»

«Lern zuerst Hochdeutsch.» Diesen Rat bekommt wahrscheinlich jeder, der neu in die Deutschschweiz zieht. Stalley vergleicht die Situation mit einem Umzug nach Spanien, bei dem einem die Einheimischen raten, zunächst Portugiesisch zu lernen. Das könne zwar hilfreich sein, sei jedoch nicht die naheliegendste Empfehlung.

So erging es auch Luke: Er lernt zunächst Hochdeutsch. Einzelne schweizerdeutsche Wörter kennt er nun, aussprechen kann er sie jedoch noch kaum. Ganzen Gesprächen auf Schweizerdeutsch kann er noch nicht folgen.

Für Luke wirft der Rat, zuerst Hochdeutsch zu lernen, grundsätzliche Fragen auf: Wie nahe kann man einem Menschen kommen, wenn man sich mit ihm in einer Sprache unterhält, die sich für ihn nicht natürlich anfühlt?

Lukes Rat: «Wir Zugezogene brauchen Lernmittel für ein allgemeines Schweizerdeutsch. Manche von uns wollen einfach plaudern können.»

Begriffserklärung: «Expat»

Box aufklappen Box zuklappen

Eine offizielle Definition für «Expat» gibt es nicht. Im Alltag versteht man darunter meist gut ausgebildete, hochqualifizierte Fachkräfte, die für einen gut bezahlten Job in die Schweiz kommen und nach einigen Jahren wieder weiterziehen. Doch die Realität ist oft komplexer: Den typischen Expat gibt es eigentlich nicht.

Der Begriff ist zudem umstritten. Kritikerinnen und Kritiker sagen, dass hinter dem Begriff eine soziale Hierarchie steckt: Menschen, die weiss sind und aus einem westlichen Land kommen, werden häufig als «Expats» bezeichnet. Personen aus dem globalen Süden hingegen werden oft Migrantinnen und Migranten genannt.

2. «Schlechtes Deutsch ist besser als Englisch»

Merkwürdig findet Stalley vor allem, wie mit ihm über Schweizerdeutsch geredet wird. Lern bloss nicht den St. Galler-Dialekt, heisst es. Das sei schrecklich, und red auch nicht wie die Berner, das sei langsam und schwerfällig. Und dann heisst es: «Aber Hochdeutsch, das sprechen wir alle.» Dabei hätten all diese Dialekte mehr miteinander gemein als irgendeiner von ihnen mit dem Hochdeutschen.

Nur: Mit ihm sprechen viele Freunde lieber Englisch als Hochdeutsch. Viele seien scheu damit, glaubt er, «sie sprechen nicht gerne Hochdeutsch». Einige Freunde sagten ihm offen: «Dann doch lieber Englisch».

Lukes Rat: «Schlechtes Deutsch ist besser als Englisch.» Man solle sich also keine Gedanken darüber machen, ob das eigene Hochdeutsch komisch klingt.

3. «Sag Hallo»

Als Stalley an der Universität St. Gallen arbeitete, verstand er ein halbes Jahr lang nicht, was los war. «Was stimmt denn mit den Leuten hier nicht? Alle sind so frostig und wirken richtig unhöflich», dachte er.

Nach etwa neun Monaten klärte ihn sein Vorgesetzter auf: Er müsse sich allen persönlich vorstellen gehen, an ihre Türen klopfen. In anderen Ländern sei die Erwartung umgekehrt, sagt er: «Wer neu ist, wird begrüsst.»

Lukes Rat: Neue Expat-Kollegin im Büro? «Sag Hallo!»

4. «Bring deinem Expat-Freund Schweizerdeutsche Wörter bei»

Wer als integriert gilt, hat eine Arbeit, kann sich im Alltag in einer Landessprache verständigen, und kennt und hält Schweizer Gesetze ein. Mit dem Plaudern habe das nichts zu tun, sagt Stalley. Es gehe oft darum, der Wirtschaft zu dienen.

Hätte ihm bei der Ankunft jemand gesagt, er solle Schweizerdeutsch lernen und die Briefe vom Amt einfach abfotografieren, um sie zu übersetzen – «ich hätte diese Option gewählt». Jetzt sei es zu spät.

Für ein längeres Bleiben gehe es ohnehin weniger ums Sprechen als ums Verstehen. Selber Schweizerdeutsch zu reden, wäre lustig. «Mein Hochdeutsch versteht jeder. Das Problem ist, dass ich Schweizerdeutsch nicht verstehe.»

Lukes Rat: «Bring deinem Expat-Freund Schweizerdeutsche Wörter bei: Es ist keine Karotte, es ist ein Rüebli.»

Für immer und WG Willkommen im fragilen Paradies (Staffel 1, Folge 1)

Dokus & Reportagen Staffel 1 Episode 1. Laufzeit 20 Minuten.

View the original on SRF News

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.