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Saturday, August 15, 2026

«Niemand hat geholfen»: Feuerwehrmann rechnet mit Autofahrern ab

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  • Praktisch kein Autofahrer half bei einem brennenden Unfallauto auf der Karawanken-Autobahn – das kritisiert Feuerwehrmann Manuel Brunner öffentlich.
  • Eine 39-jährige Serbin war mit ihrer Familie verunglückt; der Beifahrer wurde eingeklemmt, ein Kind schwer verletzt.
  • Brunner appelliert: Rettungsgasse bilden und Erste Hilfe leisten – in Österreich ist das gesetzlich vorgeschrieben.

Ein Stau auf dem Weg zur Arbeit, plötzlich Rauch und dann ein brennendes Unfallauto: Für den Österreicher Manuel Brunner wurde eine Autofahrt am Freitagmorgen zu einem Rettungseinsatz. Der Feuerwehrmann zögerte keine Sekunde und kämpfte sich zu dem verunglückten Wagen vor. Was er dort erlebte, lässt ihn aber auch im Nachhinein nicht los.

Kind schwer verletzt, Brand in Fahrzeug

Gegen 6.25 Uhr war eine 39-jährige Serbin mit ihrer Familie auf der Autobahn von Slowenien in Richtung Villach unterwegs. Kurz nach der Raststation Rosegg kam ihr Auto aus bisher unbekannter Ursache von der Fahrbahn ab und krachte gegen einen Aufpralldämpfer. Im Wagen waren nebst der Lenkerin auch ein Beifahrer sowie drei Kinder. Der Mann wurde im Fahrzeug eingeklemmt, eines der Kinder erlitt schwere Verletzungen.

Was geht dir durch den Kopf, wenn du von mangelnder Hilfe bei einem Unfall liest?

Brunner, der bei der Betriebsfeuerwehr der Halbleiterfirma Infineon arbeitet, war gerade auf dem Weg ins Büro, als er auf den Stau aufmerksam wurde. «Vor mir sind etwa 20 Autos gestanden. Die Fahrer vor mir bildeten allerdings leider keine Rettungsgasse. Plötzlich habe ich gesehen, wie es anfing zu rauchen – mit der Zeit wurde es immer stärker. Ich habe mich dann vorgekämpft», schildert Brunner gegenüber der «Kronen Zeitung».

Zweiter Held kam mit Feuerlöscher zu Hilfe

Am Unfallauto angekommen, griff der Feuerwehrmann sofort zum Feuerlöscher. Ein weiterer Ersthelfer war bereits vor Ort und hatte ebenfalls einen Löscher dabei. «Glücklicherweise war bereits ein anderer Zeuge vor Ort. Gott sei Dank hatte er auch einen Feuerlöscher im Auto – das ist nicht selbstverständlich», sagt der Feuerwehrmann in der Tageszeitung.

Gemeinsam gelang es den beiden Männern, die Flammen zu löschen. Anschliessend begannen sie mit einem Erste-Hilfe-Koffer mit der Versorgung eines Unfallopfers. Was Brunner dabei besonders schockierte, war das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer. «Was mich wirklich schockiert hat, war, dass kein anderer Passant geholfen hat. Niemand ist ausgestiegen», sagt er in der «Krone».

Während die Erstversorgung des verletzten Kindes lief, trafen auch Einsatzkräfte der Feuerwehren St. Jakob im Rosental und Dolintschach am Unfallort ein und befreiten den eingeklemmten Beifahrer aus dem Auto. Alle fünf Insassen wurden ins Krankenhaus gebracht – dass sie durch die Flammen nicht noch schwerer verletzt wurden, liegt wohl zu grossen Teilen auch an Brunner.

«Keine Sekunde gezögert – so sollte es sein»

«Wem ich danken möchte, ist dem anderen Ersthelfer – er hat keine Sekunde gezögert. So sollte es sein», stellt Brunner in der Tageszeitung klar. An die anderen Autofahrer richtet der Feuerwehrmann aber einen klaren Appell: Besonders wichtig sei es, bei einem Stau sofort Platz für die Einsatzkräfte zu schaffen. «Unbedingt eine Rettungsgasse bilden – sonst kommen die Einsatzfahrzeuge nicht durch. Man muss sich nur denken: Was ist, wenn ein Familienmitglied oder Freund in den Unfall verwickelt ist?»

Entscheidend sei aber auch, aktiv zu helfen: «Jeder Mensch ist in Österreich verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten. Und da geht es oft um Kleinigkeiten, da geht es oft um Sekunden, in denen es um Menschenleben geht», appelliert Brunner in der «Krone». Auch in der Schweiz verpflichtet das Gesetz zur Hilfeleistung – mindestens in Form der Alarmierung der Rettungskräfte.

Benedikt Hollenstein

Benedikt Hollenstein (bho) ist seit 2021 bei 20 Minuten. Er schreibt für den Newsdesk und übernimmt dort auch Tagesleitungsschichten.

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