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Wednesday, October 7, 2026

«Tief beunruhigt»: 120 SRF-Leute mit scharfem Protestbrief

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  • 120 Mitarbeitende von Radio SRF haben einen Protestbrief an die Co-Leitung der Information verfasst.
  • Auslöser ist der Abgang von Auslandschefin Susanne Brunner, die ihre Führungsfunktion im Zuge der Fusion von Radio- und TV-Chefredaktion verliert.
  • Die Unterzeichnenden kritisieren, dass bei der Umstrukturierung publizistische Überlegungen fehlen und die Inhalte zu kurz kommen.

Am Dienstagmittag ging ein Protestbrief an die Co-Leitung der Information von SRF. Bisher haben ihn 120 Radio-Mitarbeitende unterzeichnet, die Unterschriftensammlung läuft weiter. «Wir sind tief beunruhigt über das, was in den letzten Tagen in unserer Abteilung passiert ist», zitiert «Schweiz Heute» aus dem Brief.

Gemeint ist Susanne Brunner. Die Auslandschefin des Radios hat ihre Führungsfunktion verloren. Laut dem Brief wurde sie zudem «dazu gebracht, SRF zu verlassen». Für sie sei kein «angemessener Platz in den neuen Strukturen» gefunden worden, heisst es weiter.

«Journalistin des Jahres» 2024

Die 62-Jährige arbeitet seit 40 Jahren für SRF, war Korrespondentin in den USA und im Nahen Osten und moderierte elf Jahre das «Tagesgespräch». Seit 2022 ist sie Auslandschefin, 2024 kürte sie der «Schweizer Journalist» zur «Journalistin des Jahres». Auch Jan Baumann und Stefan Eiholzer, Leiter der Wirtschafts- und der Inlandredaktion, geben ihre Funktionen ab, wie «Schweiz Heute» weiterschreibt.

SRG streicht jede fünfte Top-Kaderstelle

Die SRG baut auf den obersten drei Führungsebenen über 20 Prozent der Führungspositionen ab – gemessen am Stand von 2024. Das teilte das Medienhaus vor rund drei Wochen mit. Es ist Teil des Umbaus «Enavant», mit dem sich die SRG grundlegend neu aufstellt.

Der Hintergrund: Bis 2029 muss die SRG rund 270 Millionen Franken einsparen, unter anderem wegen der vom Bundesrat beschlossenen Senkung der Medienabgabe. 80 Millionen davon müssen bereits bis 2027 zusammenkommen. Diese Massnahmen sind nun ausgearbeitet und bereit für die Umsetzung. Den ganzen Artikel dazu findest du hier.

SRF führt derzeit die Chefredaktionen von Radio und Fernsehen zusammen, alle Kaderleute mussten sich neu bewerben. Die Unterzeichnenden vermissen dabei «publizistische Überlegungen». Es gehe vor allem um die Verbreitung der Inhalte, nicht um die Inhalte selbst. «Ohne gute Inhalte kann unsere Strategie noch so modern, nutzerorientiert und trimedial sein – wir werden unserer Einschätzung nach an Bedeutung verlieren.»

So reagiert SRF

Die Co-Leitenden der Information, Ursula Gabathuler und Beat Soltermann, bestätigen gegenüber «Schweiz Heute» den Erhalt des Briefs. Man nehme die Anliegen ernst und wolle sie direkt besprechen. Wegen der Ferienzeit sei dafür ein Termin übernächste Woche vorgesehen. Eine Einladung folge in den nächsten Tagen.

Die Medienstelle schreibt, SRF werde die Anliegen intern aufarbeiten. Zu Personalien äussere man sich aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Bei der Fusion würden Führungsfunktionen neu ausgerichtet oder aufgehoben. Dies sei kein Werturteil über die Betroffenen.

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Florian Osterwalder

Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.

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