The Jerusalem PostTurkey sending technical, defensive support to Saudi Arabia to help fight Houthis, officials sayESPNAre Texans and Chargers this bad? How should we bet the Rams?ESPN DeportesGurú de las Diagonales: El misterio en torno a Drake MayeBollywood HungamaSCOOP: Ramayana expected to have paid previews on November 4; Godzilla Minus Zero to get limited showcasing in IMAX in IndiaDaily MaverickLABOUR ABUSE: New report exposes the exploitation behind the world’s food systems workersInquirerMan nabbed after surrendering unlicensed firearm in Oriental MindoroZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioThe South AfricanSaleng spotted back in Sundowns training ahead of Pirates showdownBBC Sport'Draining' few days for Gauff after online racist abuse01netAmazon éclate le prix de ce PC portable Dell : -45% pour finir le Prime Day en beautéRai NewsCile, cane randagio salvato dalla piena del fiume MapochoSBS 뉴스"우리 대응에 북한 당황"…"지뢰 제거, 단호한 대응이냐"
The Daily Newsstand · Free, Always
Wednesday, October 7, 2026

Auf Vintage-Rädern von Weingut zu Weingut

Translate

Velorennen durchs Chianti

Auf Vintage-Rädern von Weingut zu Weingut

Nie ist Fahrradfahren geselliger als an einer Eroica. Und nie präsentiert sich das Chianti Classico prächtiger als Anfang Oktober. Die Tour «Valle del Chianti» führt vorbei an Castelli voller Weinkeller.

Publiziert: vor 18 Minuten

  • Wein und Velo, das ist die Eroica in der Toskana
  • Über 8000 Fans radeln auf Vintage-Rädern durch die Rebberge
  • Eine der Routen ist während des ganzen Jahres ausgeschildert

Stefan KellerRedaktor Wein

Keine Hightech-Anzüge, sondern Baumwollhemden, keine Energieriegel, sondern Chianti, Ribollita und Vin Santo. Und Fahrräder nicht jünger als Baujahr 1987.

«Noi di Eroica stiamo restituendo il ciclismo alla gente», schreibt Giancarlo Brocci im «Il Giornale di Eroica». Den Radsport den Menschen zurückgeben, das ist den Organisatoren gelungen.

Ein Volksfest fürs Velo

An diesem Wochenende waren über 8000 Leute aus 80 Ländern am Start in Gaiole in Chianti. 1997 fand sie erstmals statt, die Tour durch das Gebiet des Chianti Classico: Eine Handvoll Freunde, nicht mehr, radelten auf ihren Rennrädern mit Rahmenschaltung und harten Ledersätteln über die «strade bianche», die unbefestigten Strässchen von Hügel zu Hügel, von Tal zu Tal, von Dorf zu Dorf.

Schon am Vorabend ist Gaiole in Feststimmung. Auf der Strasse wird getanzt, Händler halten ihre Ware feil. Wer eine alte Gangschaltung oder ein Käppchen, wie es Felice Gimondi trug, oder ein minzfarbiges Bianchi-Rennrad sucht, wird fündig, und unter freiem Himmel kann man sich rasieren und frisieren lassen.

Start in Etappen

Bereits vor Tagesanbruch, um fünf Uhr in der Früh, fahren die Ersten los. 211 Kilometer liegen vor ihnen. Der «Percorso lungo» geht in den Süden bis nach Montalcino und kehrt über Radda nach Gaiole zurück. Knapp 4000 Höhenmeter gibt es zu überwinden.

Nach Kilometern abgestuft gibt es weitere Varianten. Wir entscheiden uns für eine der kürzeren, die Tour «Piccolo Chianti», so dass genügend Zeit bleibt, um den entlang der Route gelegenen Weinbaubetrieben einen Besuch abzustatten.

Die ersten Kilometer rollt es sich locker auf asphaltierter Strasse. Ein Aufwärmen, das Gelegenheit bietet, mit den Mitfahrenden ins Gespräch zu kommen, mit der in Rosa gekleideten Frauengruppe aus Polen etwa, von der Postur her Gänsezüchterinnen, doch kraftvoll in die Pedale tretend, und deren Männer vermutlich bereits in Montalcino Brunello süffeln.

Eine erste Herausforderung

Das Schnattern über die Fahrradlenker hinweg nimmt ein jähes Ende beim ersten Anstieg nach Madonna a Brolio. Oben angekommen herrscht Passstimmung. Alle halten an, schütteln ihre Beine aus, streichen sich den Hosenboden glatt, und vor der Damentoilette des Verkaufslokals von Castello di Brolio steht Frau Schlange.

In der Agri Bar, die auch Eroica Caffè heisst, herrscht Hochbetrieb. Kaffee und Kuchen, Panino und Birra gehen über die Theke, und während man wartet, bis man an der Reihe kommt, bleibt Zeit, an den dekorierten Wänden die Helden des Radsports Revue passieren zu lassen: Fausto Coppi, Gino Bartali, Alfredo Binda, Luciano Lorenzi ... Andere vertreiben sich die Zeit mit einer Partie Tischfussball.

Weisse Strassen und Zypressen

Nach dem Pausenstopp biegt die Route in den ersten Abschnitt mit einer «strada bianca» ein, einer von Zypressen gesäumten unasphaltierten privaten Fahrstrasse von Castello di Brolio.

Und dann gibt's die erste Schussfahrt, vorbei an den Weingütern Castello di Lucignano und San Giusto a Rentennano, hinunter nach Pianella, dem südlichsten Punkt der Tour. Hier zweigt die Route nach rechts ab und steigt im ersten Teil nochmals wacker an. Nicht jeder bleibt im Sattel – gut, dass an der Eroica Schwächeln erlaubt ist.

Futtern um Kräfte zu sammeln

Nachdem die 200 Höhenmeter überwunden sind, steht bald die nächste Verpflegung bereit. Der Weinbaubetrieb Vallepicciola schenkt an der Strasse Wasser und Wein aus. Das ist die Rettung für Luigi aus Lucca, in den Vierzigern, der zum ersten Mal in seinem Leben auf einem Rennrad sitzt.

Sein Sport ist Motocross. Freunde hatten ihn zum Mitmachen motiviert, und Luigi staunt, wie anstrengend es sein kann, auf einem Fahrrad unterwegs zu sein. «Porca pipa!», entfährt es ihm immer wieder – du heiliger Strohsack! –, und er streicht sich den Schweiss von der Stirn.

Noch ist ein gutes Drittel der Strecke zurückzulegen. Bis zum Verpflegungsposten bei Dievole will Luigi auf jeden Fall durchhalten. Dort gibt's Stärkung, ein grosses Picknick im Freien, ein velocipedisches Happening.

Der letzte Teil der Schlussetappe führt wieder über Asphaltiertes. Wir haben die Kräfte gut eingeteilt und rollen flott dem Ziel entgegen.

Zu guter Letzt: Die Strecke «Piccolo Chianti» ist mit «Eroica» ausgeschildert, so ist es ein Leichtes, sie jederzeit auch individuell zu befahren.

Externe Inhalte

Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

View the original on Blick →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.