Massenzugriff in Tel Aviv: Militärpolizei setzt Dutzende ultraorthodoxe Wehrdienstverweigerer fest

Massenzugriff in Tel AvivMilitärpolizei setzt Dutzende ultraorthodoxe Wehrdienstverweigerer fest
20.10.2026, 14:15 Uhr

Die streng religiösen Juden in Israel entziehen sich seit Langem dem obligatorischen Wehrdienst. Nun greift die Militärpolizei rigoros durch und erzürnt Premierminister Netanjahu.
Rund 40 streng religiöse jüdische Wehrdienstverweigerer sind nach Medienberichten nach ihrer Rückkehr nach Israel am Tel Aviver Flughafen festgenommen worden. Der Armeesender meldete, die Massenfestnahme sei nach der Landung der Männer mit einem Flugzeug aus New York erfolgt. Die ultraorthodoxe Chabad-Bewegung, der sie angehörten, habe eine Reihe von Protesten angekündigt.
Die Zeitung "Times of Israel" berichtet, der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe die Festnahme streng religiöser Wehrdienstverweigerer als "schädlich" kritisiert. Der Vorsitzende der rechtskonservativen Likud-Partei ist bei der Parlamentswahl in einer Woche auf die Unterstützung der strengreligiösen Parteien angewiesen.
Der Armeesender berichtete, die Militärpolizei habe vorab Informationen darüber erhalten, dass sich die Männer an Bord eines Flugzeugs aus den USA nach Israel befanden, und entsprechende Vorbereitungen getroffen. Zusätzliche Einheiten der Militärpolizei seien zum Flughafen entsandt worden, um alle Männer festzunehmen. Nach ihrer Festnahme seien die Männer in einem Bus zu einem großen Rekrutierungszentrum bei Tel Aviv gebracht worden.
Dort solle jeder, der bereit zum Militärdienst sei, eine Bewährungsstrafe erhalten. Wer sich hingegen weigere, solle vor Gericht gestellt und in ein Militärgefängnis gebracht werden. Die Armee habe die israelische Polizei vor möglichen Massenprotesten gewarnt und sie aufgefordert, entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, berichtete der Sender weiter.
Der Streit um die Wehrpflicht für streng religiöse Juden sorgt seit Langem für heftige Spannungen in Israel. Die Armee dringt angesichts des anhaltenden Mangels an Kampfsoldaten auf deren Einberufung, während ultraorthodoxe Parteien eine Wehrpflicht für ihre Glaubensgemeinschaft ablehnen.
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