Hotelquartier statt Busstrapazen: D/A investiert vor dem Topspiel in Flensburg in die Frische
Am Freitagabend trifft Spitzenreiter Weiche Flensburg auf seinen engsten Verfolger, die SV Drochtersen/Assel - und es geht um nichts Geringeres als die Tabellenführung. Damit der Führungswechsel in der Regionalliga Nord gelingt, haben die Kehdinger keine Kosten gescheut.

Ihn wird die SVDA am Freitag brauchen: Mit 13 Toren ist Tom Sanne Top-Torjäger der Kehdinger. IMAGO/Claus Bergmann
Eine Kostprobe dafür, wie so ein Topspiel in der Regionalliga Nord aussehen könnte, lieferte die SV Drochtersen/Assel vor drei Wochen in Schöningen. Gegen die FSV, die zu der Zeit noch auf dem zweiten Tabellenplatz rangierte, lief es für die Kehdinger eigentlich nach Plan: Man hielt am eigenen Spiel fest, schoss ein, zwei, drei Tore und verteidigte anschließend mit Leidenschaft. Drei späte Treffer des FSV machten D/A aber einen Strich durch die Rechnung und waren das packende Ende eines echten Spitzenspiels.
"Das war natürlich ärgerlich, aber wir konnten unsere Lehren daraus ziehen", erklärt Sportdirektor Sören Behrmann im Gespräch mit dem kicker. "Das haben die Jungs mit dem Kantersieg gegen Jeddeloh II (7:2) und dem souveränen Auftritt in Bremen (3:0) unter Beweis gestellt", ergänzt Behrmann. Mit den beiden klaren Siegen als Reaktion auf das bittere Last-Minute-Remis gegen Schöningen ist Drochtersen/Assel seit acht Spielen ungeschlagen
D/A trotzt dem Fehlstart
So rosig wie es aktuell scheint, war es bei D/A in dieser Saison aber nicht immer. "Den Saisonstart haben wir uns schon anders vorgestellt", heißt es von Vereinspräsident Rigo Gooßen. Besonders nach der erfolgreichen Transferphase und der positiven Vorbereitung hatte man in Drochtersen offenbar mit mehr Punkten gerechnet. Drei der ersten fünf Spiele verloren die Kehdinger, darunter die wichtigen Duelle gegen die Mitkonkurrenten aus Oldenburg und Hannover.
Wir gehen den Kehdinger Weg, das war schon immer so.
Präsident Rigo Gooßen
In solch einer schwierigen Phase rumort es schnell im Fußballgeschäft. Für Gooßen bestanden aber keine Zweifel, dass man am eingeschlagenen Weg festhält. "Für uns stand überhaupt nicht zur Debatte, über irgendwelche Veränderungen nachzudenken. Wir gehen den Kehdinger Weg, das war schon immer so", so der Präsident. Und das sollte sich auszahlen, denn seither gewann man sieben der vergangenen acht Partien.
Dass Drochtersen/Assel mit breiter Brust nach Flensburg reist, dürfte also klar sein. Doch auch der Tabellenführer strotzt vor Selbstbewusstsein, immerhin musste das Team von Tim Wulff erst zweimal als Verlierer vom Platz gehen. Im Spiel gegen Weiche würden daher "vor allem Nuancen" den Unterschied machen, so Behrmann. Deshalb müsse man "mit voller Überzeugung" auftreten und "die letzten Prozente" aus sich herauskitzeln, führt der Sportdirektor weiter aus.
"Das fängt schon bei der Anreise an". Von Drochtersen nach Flensburg, das sind rund 225 Kilometer - ein gutes Stück Fahrt also. Damit die Spieler ihr Bestes abrufen können, bezieht D/A unter anderem Quartier in einem Hotel. "Entsprechend früh fahren wir am Freitag los, damit die lange Anreise nicht mehr in den Knochen steckt", so Behrmann.
Wir haben es selbst in der Hand, auch wenn wir der Verfolger sind.
Sportdirektor Sören Behrmann
Ob all das reicht, um am Freitagabend die Tabellenführung zu übernehmen, werden die 90 Minuten in Flensburg zeigen. Für Behrmann ist aber klar: "Wir haben es selbst in der Hand, auch wenn wir der Verfolger sind."
Mit einem Auswärtssieg könnten die Kehdinger ihre beeindruckende Serie krönen und den bisherigen Spitzenreiter von Platz 1 verdrängen. Gleichzeitig wartet mit Weiche Flensburg ein Gegner, der vor heimischer Kulisse seine Spitzenposition verteidigen will. Viel dürfte daher tatsächlich von den Kleinigkeiten abhängen, die Behrmann angesprochen hat. Die Ausgangslage verspricht Spannung - und für D/A die Chance, sich für die starke Entwicklung der vergangenen Wochen zu belohnen.
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