Phishing – Wieso sind Spam-Filter so schlecht?

Wie funktionieren Spam-Filter? Spam-Filter sollen betrügerische E-Mails erkennen und dafür sorgen, dass sie gar nicht erst in unserem Postfach landen. Gleichzeitig dürfen sie aber nicht zu streng sein, denn dann gehen auch eigentlich legitime Mails als «betrügerisch» ins Netz und landen im Junk-Folder.
Kleines Spam-Lexikon
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Bild 1 von 4. Spam. Als «Spam» bezeichnet man jede unerwünschte digitale Nachricht, zum Beispiel Werbemails oder betrügerische Mails. Ursprünglich stammt das Wort von Dosenfleisch (kombiniert aus Spiced und Ham). Bildquelle: IMAGO / Joko.
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Bild 2 von 4. Junk. «Junk» ist englisch für Schrott. Im Zusammenhang mit E-Mails bezeichnet es genau wie Spam unerwünschte Nachrichten wie Werbemails oder betrügerische Mails. Häufig ist der Ordner, in den diese Mails aussortiert werden, so beschriftet: «Junk-Folder» oder «Junk-Ordner». Bildquelle: IMAGO / Zoonar.
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Bild 3 von 4. Phishing. «Phishing-Mails» sind betrügerische E-Mails. Meist geht es darum, an Geld oder an Daten zu gelangen oder auf dem Gerät des Opfers Schadsoftware zu installieren. Das Wort entstand aus einer Kombination zwischen «fishing» (angeln) und «phreaking» (hacken). Bildquelle: IMAGO / Panthermedia.
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Bild 4 von 4. Blacklisting. Beim «Blacklisting» setzt man etwas auf eine «schwarze Liste» – zum Beispiel Adressen oder Worte, die blockiert werden sollen. Das Gegenteil ist «Whitelisting», dabei werden Begriffe definiert, die explizit zugelassen sind. Bildquelle: IMAGO / Panthermedia.
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Während früher eine einfache Stichwortsuche nach verdächtigen Wörtern wie «Viagra» reichte, sind die Filter heute ziemlich ausgeklügelt: Sie analysieren den Text mit Machine Learning, schauen sich die Absenderadresse an und von wo die E-Mail gesendet wurde und erkennen Muster im Verhalten des Absenders. Auch das Verhalten des Nutzers fliesst mit ein: Was für E-Mails bekommt der Nutzer normalerweise, mit welchen Kontakten steht er im Austausch?
Werden Spam-Filter immer schlechter? Das Gerücht, dass die Spam-Filter schlechter geworden seien, geht immer wieder um. Das könnte daran liegen, dass sich die Betrüger immer wieder neue Tricks ausdenken – dann geht es jeweils eine Weile, bis die Filter nachgezogen haben. Währenddessen landet eine Welle Betrugsmails in unserem Postfach. Hinzu kommt, dass Betrüger seit einer Weile auch auf KI setzen: Mit der künstlichen Intelligenz lassen sich glaubwürdige und fehlerfreie Mails auch auf Deutsch entwerfen. Zudem kann die KI das Design von Firmen, zum Beispiel ihre Logos und Schriftarten, in Sekundenschnelle kopieren.
Massenhaft personalisiert dank KI
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Mithilfe der künstlichen Intelligenz wäre es theoretisch möglich, personalisierte E-Mails massenhaft zu generieren.
Dazu müsste man nur entsprechende Daten in ein Modell füttern, zum Beispiel aus einem LinkedIn-Profil oder aus einem Datenleck. Das Modell könnte dann den perfekten Ansatz für eine personalisierte Attacke ausdenken – zum Beispiel würde es sich auf ein echtes Interesse oder eine kürzlich besuchte Konferenz beziehen, sich als Bekannter oder Chef ausgeben oder ein passendes Jobangebot machen.
So könnten Betrüger auf Einzelpersonen zugeschnittene Betrugsmails automatisch und massenhaft generieren. Gegenwärtig scheint das aber zum Glück noch kaum zu passieren.
Wie kann man Spam reduzieren? Es gibt Möglichkeiten, den eigenen Spam-Filter zu verbessern:
- Phishing markieren: Landen betrügerische E-Mails im Postfach, kann man das bei den meisten E-Mail-Programmen melden. Dazu einfach in der Inbox einen Rechtsklick auf das entsprechende Mail machen und aus dem Dropdown-Menü «Phishing», «Junk» oder die entsprechende Option anwählen.
- Absender sperren: Meistens kann man in den Einstellungen einzelne Adressen (zum Beispiel «shop@viagra.com») oder gleich ganze Domains (zum Beispiel «@viagra.com») blockieren.
- Filter strenger einstellen: Manche Mail-Anbieter lassen die Nutzer den Strengegrad des Filters einstellen. Stellt man den Schutz auf «hoch», sollten mehr verdächtige Mails aussortiert werden. Aber Achtung: Auch mehr legitime Mails gehen dann ins Netz, man sollte also den Junk-Ordner regelmässig prüfen.
- Spam melden: Man kann dem Bundesamt für Cybersicherheit BACS betrügerische E-Mails melden, via antiphishing.ch. Das BACS kann dann gegebenenfalls die betrügerische Seite dahinter vom Netz nehmen und die E-Mail auf seine Sicherheitsliste setzen.
Um Spam schon im Vornherein zu reduzieren, sollte man ausserdem seine Mailadresse möglichst selten teilen. Wenn man im Internet dazu aufgefordert wird, zum Beispiel weil man für irgendeinen Dienst einen Account erstellen muss, helfen «Wegwerfadressen» oder «Aliase», so kann man den Spam später einfacher blockieren.
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