Extreme Wettererscheinung: Der Guggiföhn fegte durch die Alpen

- In der Nacht auf Montag wehte in der Jungfrauregion im Berner Oberland der Guggiföhn.
- Der eher seltene Südföhn entsteht bei Südostwind, der über den Guggigletscher zwischen Jungfrau und Mönch hinabfällt.
- Am Lauberhorn wurde im Dezember 2008 gar eine Böe von 252 km/h gemessen.
In der Nacht auf Montag wehte in der Jungfrauregion im Berner Oberland der sogenannte Guggiföhn. Dabei handelt es sich um einen besonderen Fallwind, der enorme Geschwindigkeiten erreichen kann.
Was ist eigentlich der Guggiföhn?
Der Guggiföhn ist eine eher seltene Form des Südföhns, der in der Jungfrauregion im Berner Oberland auftritt. Er entsteht, wenn der Wind aus Südosten kommt und auf die Berge Eiger, Mönch und Jungfrau trifft.
Dabei strömt die Luft zunächst über den Aletschgletscher und fällt anschliessend zwischen Jungfrau und Mönch über den Guggigletscher hinunter. Auf diesem Weg wird sie wärmer und trockener. Gleichzeitig nimmt die Windgeschwindigkeit stark zu. Besonders kräftig bläst der Guggiföhn auf der Kleinen Scheidegg und am Lauberhorn. Seinen Namen verdankt er also dem Guggigletscher.
Am Lauberhorn wurden schon 252 km/h gemessen
Wie heftig der Guggiföhn werden kann, zeigen frühere Messungen. Im Dezember 2022 wurden auf dem Jungfraujoch Windböen von 95 km/h gemessen. Am Lauberhorn waren es zur gleichen Zeit sogar 137 km/h.
Noch viel stärker blies der Wind im Dezember 2008. Damals wurde am Lauberhorn eine Böe von 252 km/h registriert. Laut Meteo Schweiz gehört der Guggiföhn damit zu den extremsten Wettererscheinungen im Alpenraum. Mehrmals jährlich können in der Region Böen in Orkanstärke auftreten.
So geht es mit dem Wetter weiter
Bereits am Dienstag kommt auf der Alpennordseite erneut Südföhn auf. Regen fällt zunächst vor allem südlich der Alpen. Am Dienstag sind in den Föhntälern nochmals bis zu 20 Grad möglich.
Hast du schon einmal vom Guggiföhn gehört?
In der Nacht auf Mittwoch erreicht dann eine Kaltfront die Schweiz und sorgt für eine deutliche Abkühlung. Im Flachland werden am Mittwoch nur noch rund 10 Grad erwartet. Die Schneefallgrenze sinkt im Tagesverlauf auf etwa 1500 Meter. Nach einer kurzen Wetterberuhigung am Donnerstag folgt am Wochenende eine weitere Kaltfront. Dann könnte es regional bis auf 1000 Meter hinunterschneien.
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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