Uefa-Boss Ceferin vergleicht Infantino mit Märchenfigur

«Der Kaiser ist nackt»
Uefa-Boss Ceferin vergleicht Infantino mit Märchenfigur
Aleksander Ceferin nimmt einmal mehr kein Blatt vor den Mund. Der Uefa-Präsident sagt seine klare Meinung über Fifa-Präsident Gianni Infantino.
Publiziert: 08:25 Uhr
Aktualisiert: vor 46 Minuten
- Uefa-Boss Aleksander Ceferin teilt gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino aus
- Er vergleicht ihn mit dem Kaiser aus dem Märchen «Des Kaisers neue Kleider»
- Ceferin kritisiert nicht nur die Pläne der Fifa, sondern auch ihre Argumentation
Die Spannungen an der Spitze des Weltfussballs spitzen sich zu: Uefa-Präsident Aleksander Ceferin (58) hat Fifa-Chef Gianni Infantino (56) scharf kritisiert. Anlass ist das gescheiterte Projekt «Fifa Forward Enterprise», das vorsah, 20 Prozent der kommerziellen Rechte der Fifa an private Investoren zu verkaufen. Ceferin nahm dabei kein Blatt vor den Mund.
In einer Rede an der Generalversammlung der European Club Association ECA in Kopenhagen (Dä) griff Ceferin das Projekt frontal an. Er verglich Infantinos Vorgehen mit der berühmten Märchenparabel «Des Kaisers neue Kleider» von Hans Christian Andersen: «Vor fast zwei Jahrhunderten schrieb Andersen ‹Des Kaisers neue Kleider›. Jeder kennt die Geschichte: Ein Herrscher glaubt, er trage prächtige Gewänder, die nur Dummen verborgen bleiben. Jeder spielt mit, bis ein Kind die offensichtliche Wahrheit ausspricht: ‹Der Kaiser ist nackt.›»
Infantino hatte vorgeschlagen, ein kommerzielles Unternehmen unter der Schirmherrschaft der Fifa zu gründen, das unter anderem die Rechte an den Fifa-Weltmeisterschaften der Männer und Frauen sowie der Klub-WM verwalten sollte. Private Investmentfonds hätten dabei bis zu 20 Prozent der Anteile übernehmen können. Doch die Pläne stiessen auf breiten Widerstand, vor allem von der Uefa und ihrem Präsidenten Ceferin.
Appell an Vereinsverantwortliche
Ceferin kritisierte nicht nur die Pläne, sondern auch die Argumentation der Fifa scharf: «Bequeme Phrasen können unangenehme Fakten nicht verdecken. Begriffe wie ‹Entwicklung›, ‹Demokratisierung› und ‹Konsultationen› werden derzeit im Fussball missbraucht, um das genaue Gegenteil zu verschleiern. Der Ausverkauf der Zukunft des Spiels ist keine Entwicklung, egal wie oft man dieses Wort wiederholt. Nationale Verbände vor vollendete Tatsachen zu stellen, ist keine Demokratisierung, egal wie hoch die finanziellen Summen sind. Und geheime Verhandlungen hinter verschlossenen Türen haben nichts mit echten Konsultationen zu tun.»
Der slowenische Funktionär appellierte direkt an die Vereinsverantwortlichen: «Stellen Sie sich vor, einer Ihrer Top-Manager verkauft heimlich die Kontrolle über Ihre Vermögenswerte, ohne die Zustimmung des Vorstands, der Spieler oder der Fans, und Sie erfahren dies im allerletzten Moment. Wie würde Ihre Führung darauf reagieren?»
Ceferin liess keinen Zweifel daran, dass die Grenzen des Erträglichen erreicht seien: «Wie oft muss das noch passieren, bevor die Fussballwelt sagt: ‹Es reicht›? Ich denke, die Zeit ist gekommen, das auszusprechen.»
Dieser Artikel ist zuerst auf sportal.bg erschienen. Die bulgarische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.
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