Neuer Epstein-Bericht erhebt schwere Vorwürfe gegen Trump

- Demokraten im US-Justizausschuss werfen Donald Trump in einem 50-seitigen Epstein-Bericht falsche Angaben vor.
- Sie sehen genügend Hinweise für strafrechtliche Ermittlungen, bewiesen sind die Vorwürfe aber nicht.
- Das Weisse Haus weist alle Anschuldigungen zurück und nennt den Bericht politisch motiviert.
Ein neuer Bericht zum Fall Jeffrey Epstein bringt US-Präsident Donald Trump erneut unter Druck. Demokratische Abgeordnete des Justizausschusses im US-Repräsentantenhaus haben am Montag ein 50-seitiges Dokument veröffentlicht. Darin werfen sie Trump vor, mehrfach falsche Angaben über seine Beziehung zum verurteilten Sexualstraftäter gemacht zu haben. Auch das US-Justizministerium steht in der Kritik.
Die Demokraten kommen zum Schluss, dass genügend Hinweise für die Einleitung strafrechtlicher Ermittlungen gegen Trump vorliegen würden. Bewiesen sind die Vorwürfe damit allerdings nicht. Trump sei, so die Beweislage, «Mitte bis Ende der 1990er-Jahre aktiv an Jeffrey Epsteins sexuellem Missbrauch junger Frauen beteiligt» gewesen.
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Wurde Epstein wirklich aus Trumps Club geworfen?
Ein Punkt betrifft Trumps Darstellung, er habe Epstein wegen dessen unangemessenen Verhaltens aus seinem Privatclub Mar-a-Lago geworfen.
Laut dem Bericht widerspricht Trump dieser Darstellung selbst. In einem dokumentierten Gespräch mit seinem Clubmanager und Anwälten habe er erklärt, Epstein sei nie aufgefordert worden, Mar-a-Lago zu verlassen. Die Demokraten sehen darin einen klaren Widerspruch zu Trumps späteren öffentlichen Aussagen. Den ganzen Bericht findest du hier als PDF.
Was wusste Trump über die minderjährigen Mädchen?
Besonders schwer wiegt der Vorwurf, Trump habe schon früh von Epsteins sexuellem Missbrauch Minderjähriger gewusst. Der Bericht verweist auf ein E-Mail, das Epstein 2019 an den Journalisten Michael Wolff geschickt haben soll. Darin habe Epstein behauptet, Trump habe von den Mädchen gewusst.
Zudem soll Trump bereits 2006 den Polizeichef von Palm Beach angerufen und sich erleichtert über die Ermittlungen gegen Epstein gezeigt haben. Dabei habe er gesagt, dass alle von dessen Taten gewusst hätten. Diese Aussagen sind jedoch ebenfalls kein Beweis dafür, dass Trump selbst an Straftaten beteiligt war.
Ex-Vize-Miss-Schweiz wirft Trump Vergewaltigung vor
Im Epstein-Bericht der US-Demokraten tauchen auch Vorwürfe der ehemaligen Vize-Miss-Schweiz Beatrice Keul auf. Sie beschuldigt Donald Trump, sie 1993 im Alter von 24 Jahren in einer Suite des Plaza Hotels in New York vergewaltigt zu haben. Keul hatte damals an einem Schönheitswettbewerb teilgenommen, der mit Trump verbunden war. Dieser soll ihr zuvor Hilfe bei einem US-Visum und einem Studienplatz versprochen haben. Nach dem mutmasslichen Übergriff habe Trump sie zum Schweigen aufgefordert. Laut dem US-Magazin «Time» enthält der Bericht neue Einzelheiten zu den bereits früher öffentlich erhobenen Vorwürfen. Das Magazin konnte Keuls Schilderungen nicht unabhängig überprüfen. Das Weisse Haus weist die Anschuldigungen zurück und bezeichnet den Bericht als politisch motiviert.
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Fluglisten und umstrittener Geburtstagsbrief
Die Demokraten greifen auch Trumps Behauptung auf, nie mit Epsteins Privatflugzeug geflogen zu sein. Fluglisten sollen zeigen, dass er sehr wohl an Bord war. Ein weiterer Punkt betrifft einen angeblichen Geburtstagsbrief an Epstein, der eine anzügliche Zeichnung enthält und Trumps Unterschrift tragen soll.
Trump bestreitet, den Brief verfasst zu haben. Die Demokraten verweisen dagegen auf andere Zeichnungen und signierte Notizen aus seiner Vergangenheit.
Demokraten werfen Justiz Vertuschung vor
Der Bericht kritisiert auch den Umgang des US-Justizministeriums mit den Epstein-Akten. Die Demokraten werfen der Behörde vor, wichtige Informationen zurückzuhalten und Dokumente nur unvollständig oder stark geschwärzt veröffentlicht zu haben. Auch mögliche Interessenkonflikte von Justizminister Todd Blanche werden angesprochen.
Die Demokraten fordern weitere strafrechtliche Untersuchungen. Der Bericht erscheint kurz vor den amerikanischen Kongresswahlen (Midterms).
Diese Frauen erheben ebenfalls Vorwürfe gegen Trump
Der neue Epstein-Bericht der Demokraten im US-Repräsentantenhaus enthält neben dem Fall der ehemaligen Miss Schweiz Beatrice Keul weitere schwere Anschuldigungen gegen Donald Trump. Insgesamt werden Aussagen und Unterlagen zu elf Frauen behandelt. Fünf Frauen werfen Trump direkt Vergewaltigung oder sexuelle Übergriffe im Umfeld von Jeffrey Epstein vor.
Stacey Williams: Das ehemalige Model behauptet, Trump habe sie in seinem Büro im Trump Tower unsittlich berührt, während Epstein danebenstand. Beide Männer hätten dabei gelächelt und sich weiter unterhalten. Anschliessend habe Epstein ihr Vorwürfe gemacht, weil sie die Berührungen zugelassen habe.
Jill Harth: Sie beschuldigte Trump bereits 1997 in einer Klage, sie bei einer Veranstaltung in Mar-a-Lago gegen ihren Willen geküsst und unsittlich berührt zu haben. Epstein soll damals der einzige weitere anwesende Mann gewesen sein. Harth erhob zudem Vorwürfe wegen eines Übergriffs auf ein anderes junges Model.
«Kate»: Die Frau, die nach eigenen Angaben von Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell missbraucht wurde und später im Prozess gegen Maxwell aussagte, berichtete dem FBI von einer Begegnung mit Trump. Maxwell habe sie bei einer Party in New York dem heutigen US-Präsidenten regelrecht «präsentiert», ähnlich wie sie Kate zuvor Epstein vorgestellt habe. Später sei Kate gemeinsam mit Maxwell nach Mar-a-Lago geflogen und in einer Immobilie Trumps untergebracht worden. Einen sexuellen Übergriff durch Trump schildert sie in diesem Zusammenhang nicht.
«Katie Johnson»: Unter diesem Pseudonym beschuldigte eine Frau Trump und Epstein, sie 1994 als 13-Jährige in Epsteins New Yorker Anwesen mehrfach vergewaltigt zu haben. Die Demokraten behaupten, dass Unterlagen zu diesem Fall bislang nicht vollständig veröffentlicht wurden.
Weitere Aussagen: Eine Frau, die später im Prozess gegen Ghislaine Maxwell aussagte, berichtete dem FBI, Epstein habe sie Trump im Alter von 14 Jahren in Mar-a-Lago vorgestellt. Die Künstlerin Maria Farmer schilderte zudem, Trump habe sich ihr in Epsteins Büro auf «sexuell bedrohliche Weise» genähert. Eine weitere Frau behauptet, Trump habe sie bereits in den 1980er-Jahren als 13-Jährige sexuell angegriffen.
Die Vorwürfe sind nicht gerichtlich festgestellt. Trump bestreitet jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit Epstein.
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Hier findest du Hilfe:
Belästigt.ch, Onlineberatung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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