Milliarden für Rechenleistung: Anthropic meldet vor IPO gewaltiges Umsatzplus - und Milliardenverlust

Milliarden für RechenleistungAnthropic meldet vor IPO gewaltiges Umsatzplus - und Milliardenverlust
02.11.2026, 19:42 Uhr

Der Quartalserlös von Anthropic springt um sagenhafte 1100 Prozent. Trotzdem schreibt das KI-Unternehmen tiefrote Zahlen. Aus veröffentlichten Unterlagen geht auch hervor, mit welch schwindelerregenden Summen Anthropic in den nächsten Jahren plant.
Das KI-Unternehmen Anthropic hat wenige Tage vor seinem geplanten Börsengang ein massives Umsatzplus gemeldet. Sein Quartalserlös sei von 1,4 Milliarden Dollar um 1100 Prozent auf 17 Milliarden Dollar gestiegen, wie aus bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen hervorgeht. Im ersten Quartal hatte der Umsatz noch bei 4,7 Milliarden Dollar gelegen, im zweiten Quartal bei 11,6 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Vorquartal beträgt das Plus demnach 46 Prozent.
Unter dem Strich blieb den Angaben nach am Quartalsende zwar ein Verlust von 23,3 Milliarden Dollar. Doch bei weitem der größte Teil (21,9 Milliarden Dollar) davon geht auf nicht zahlungswirksame bilanzielle Aufwendungen im Zusammenhang mit der steigenden Unternehmensbewertung zurück. Das operative Geschäft ergab den Unterlagen zufolge ein Minus von 567 Millionen Dollar.
Das Minus wird somit kleiner, auch wenn die Kosten für die Nutzung der IT-Infrastruktur - im Wesentlichen Rechenzentren - auch im dritten Quartal mit 77 Prozent im Vergleich zum zweiten Quartal stärker stiegen als die Umsätze.
Aus den Unterlagen geht auch hervor, dass sich Anthropic verpflichtet hat, rund 895 Milliarden Dollar vor allem für den Aufbau von Rechenleistung aufzuwenden. Die Verpflichtungen umfassen rund 447,5 Milliarden Dollar, die voraussichtlich vor Ende 2030 anfallen werden; der Rest dürfte im Wesentlichen zwischen 2031 und 2045 anfallen.
Anthropic ist vor allem für seinen Chatbot Claude bekannt. Das Unternehmen steuert auf einen mit Spannung erwarteten Börsengang zu, der Beobachtern zufolge bereits in der kommenden Woche vollzogen werden könnte.
Der Börsengang gilt als wichtiger Test für das Vertrauen des Marktes in den KI-Boom. In der vergangenen Woche waren die Aktien großer Technologieunternehmen abgestürzt, weil die Quartalszahlen keine klaren Anzeichen für Rendite der massiven Investitionen in KI ergaben.
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