SP lanciert Initiative, FDP will Ärzte nach Erfolg bezahlen

- Die Krankenkassenprämien steigen 2027 im Schnitt um fünf Prozent – das entspricht rund 20 Franken mehr pro Person und Monat.
- Die SP lanciert eine Volksinitiative, die 90 Prozent der Bevölkerung entlasten soll – je zwei Monatsprämien, rund 1’000 Franken pro Jahr.
- Die FDP will einen Systemwechsel: Ärzte sollen künftig nach Behandlungserfolg statt nach Anzahl Behandlungen entschädigt werden.
20 Franken pro Monat muss nächstes Jahr jede und jeder im Schnitt mehr für seine Krankenkassenprämie ausgeben. Dass die Belastung dadurch zu einem Problem wird, ist politisch einigermassen unbestritten. Dennoch gelingt es Bundesbern seit Jahren nicht, den Anstieg zumindest zu bremsen.
Volksinitiative: SP will 90 Prozent zwei Monatsprämien schenken
Die Sozialdemokraten setzen deshalb einmal mehr auf die Stimmbevölkerung. «Für viele Menschen sind die Prämien kaum noch bezahlbar», sagt Co-Präsidentin Mattea Meyer zu 20 Minuten. Die SP lanciere deswegen eine neue Initiative für tiefere Prämien, «von der 90 Prozent der Bevölkerung profitieren werden», kündigt sie an.
Für alle Erwachsenen würden zwei Monatsprämien pro Jahr übernommen, was etwa 1000 Franken entspreche. «Familien werden zusätzlich entlastet, weil für Kinder sechs Prämien bezahlt werden», so Meyer. Bezahlen sollen die Umverteilung Reiche und Unternehmen.
FDP: Behandlungserfolg statt Behandlung als Kriterium für Ärzte & Co.
«Das Leben verteuert sich gerade in atemberaubendem Tempo», analysiert die FDP mit Verweis auf steigende Preise für Treibstoffe. Sie sieht das Problem darin, dass in der Medizin «immer mehr eingegriffen, behandelt und operiert» werde. Wer mehr Patientinnen und Patienten untersuche und behandle, könne mehr abrechnen und verdiene dadurch mehr.
Wo soll die Krankenkassen-Politik für dich am stärksten ansetzen?
Die Freisinnigen wollen deshalb, dass künftig der Behandlungserfolg und nicht die Anzahl Behandlungen massgebend für die Entschädigung sind. «Somit würden sich die Anreize grundlegend verändern», so die FDP, welche heute einen entsprechenden Vorstoss einreicht.
Die Mitte-Partei will mit einem 5-Punkte-Plan gegen die hohen Prämien vorgehen. «Wir müssen endlich bei den Ursachen ansetzen. Unser Ziel ist ein Gesundheitswesen, in dem jeder Prämienfranken möglichst viel Gesundheit bringt», sagt Parteipräsident Philipp Matthias Bregy.
Rabatte beim Medikamentenkauf müssten etwa komplett den Prämienzahlenden zugutekommen, die Prävention soll gestärkt und das digitale Gesundheitsdossier rasch umgesetzt werden. Wie die FDP pocht auch die Mitte darauf, den Behandlungserfolg als Vergütungskriterium ins Zentrum zu setzen.
Christof Vuille (vuc) leitet seit 2023 das Ressort Politik und ist Mitglied der Redaktionsleitung. Er berichtet für 20 Minuten nah am Puls der Bundespolitik.
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