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Wednesday, October 14, 2026

Insta-Touristen vermüllen Schafalp: Oskar lässt seine Wut raus

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  • Auf der Rupperslaui im Muotatal campieren Touristen aus aller Welt wild und lassen ihren Abfall zurück.
  • Älpler Oskar Gwerder ärgert sich fast täglich, da seine rund 400 Schafe dort grasen.
  • Die Oberallmeindkorporation Schwyz sucht eine Lösung, doch laut Geschäftsführer Daniel von Euw ist das schwierig.

Fast täglich ärgert sich Älpler Oskar Gwerder über die Zustände auf der Rupperslaui im Muotatal. Dort, wo seine rund 400 Schafe grasen, campieren Touristinnen und Touristen aus aller Welt direkt beim Teich – und lassen am nächsten Morgen ihren Abfall zurück. Wie der «Bote der Urschweiz» berichtet, sucht die Oberallmeindkorporation Schwyz (OAK) nach einer Lösung. «Aber es ist schwierig», gesteht OAK-Geschäftsführer Daniel von Euw gegenüber der Schwyzer Tageszeitung.

Wie der «Bote der Urschweiz» weiter berichtet, versucht Gwerder, die meist aus der Schweiz, Spanien, Portugal, Belgien, England oder sogar Kanada stammenden Gäste darauf hinzuweisen, dass Wildcampen verboten ist. Entsprechende Schilder am «Flöösch» machen darauf aufmerksam. Der Teich sei im Sommer zudem eine wichtige Wasserquelle für seine Schafe. Wenn dort Menschen zelten, trinken die Tiere aus Scheu nicht mehr, erklärt der Älpler gemäss dem «Boten».

Wie beurteilst du das Verhalten von Wildcampern auf der Rupperslaui im Muotatal?

Tourist teilt ungeniert Fotos seines Zelts auf Wikiloc

Doch damit nicht genug: Wie der «Bote der Urschweiz» schreibt, beschädigen Camper bisweilen den Herdenschutzzaun, um aus den Pfählen Feuer zu machen. An manchen Tagen müsse Gwerder den Zaun an bis zu sechs Stellen reparieren. «Wenn der nicht mehr ganz ist, weil ihn Leute umtrampeln, sind meine Tiere nicht vor Raubtieren geschützt», sagt der Älpler zum «Boten».

Die Ursache für den Besucheransturm sieht Gwerder laut dem «Boten» in der touristischen Werbung und der Verbreitung des Ortes in den sozialen Medien. Noch vor zehn Jahren hätten nur wenige Menschen den Weg zur Rupperslaui gefunden.

Das habe sich verändert, nachdem SRF die idyllische Landschaft mit Achslenstock und «Flöösch» zum Bild des Monats gekürt hatte. Anschliessend sei das Foto am Flughafen Zürich ausgestellt worden. Heute werde die Rupperslaui «von Instagram- und Tiktok-Leuten belagert».

Auf der Rupperslaui im Muotatal sorgen Wildcamper für Ärger. Dieser Tourist teilt seine Bilder auf Wikiloc.

Auf der Rupperslaui im Muotatal sorgen Wildcamper für Ärger. Dieser Tourist teilt seine Bilder auf Wikiloc.Screenshot Wikiloc

Auf der Social-Media-App Wikiloc, auf der Nutzerinnen und Nutzer Wander-, Velo- und Sportrouten teilen, schreibt ein ausländischer Tourist, der Aufstieg zum Achslenstock sei «etwas anstrengend» gewesen, weil «das letzte Stück des Weges nicht sehr gut markiert» sei. Tatsächlich führt kein offiziell markierter Wanderweg zur Rupperslaui.

Problem kommt immer häufiger vor

Besonders ärgert Gwerder gemäss dem «Boten», dass manche Camper auf seine Hinweise nicht nur nicht reagierten, sondern ihn auch provozierten. «Die einen haben sogar noch ein freches Mundwerk», sagt der Schwyzer zum «Boten».

Ein ähnliches Problem zeigt sich auch auf der First oberhalb von Grindelwald: Für das perfekte Foto mit Eiger-Panorama missachten Touristinnen und Touristen dort Absperrungen. Wie 20 Minuten vor einigen Wochen berichtete, betreten sie Bereiche, die aus Sicherheits- und Naturschutzgründen nicht zugänglich sind.

Der Fall verdeutlicht, wie stark soziale Medien den Druck auf beliebte Ausflugsziele erhöhen können. Wo eindrückliche Bilder viral gehen, geraten Regeln und Rücksichtnahme rasch in den Hintergrund – mit Folgen für die Natur, die Sicherheit und jene, die vor Ort arbeiten.

Karin Leuthold

Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.

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