Hier zeigt der Schiri keine Karte mehr, sondern ein Display

Darum gehts
- In Uruguay testet der Fussball digitale Gelbe und Rote Karten in Form eines Handys mit zwei Displays.
- Der Schiedsrichter drückt einen gelben oder roten Knopf, worauf beide Bildschirme in der Farbe aufleuchten.
- Das Gerät ersetzt auch den Notizblock, da Spieler, Tore und Wechsel darauf erfasst werden.
Dass die Digitalisierung auch im Fussball Einzug hält, ist längst kein Geheimnis mehr. Auch der beliebteste Sport der Welt geht mit der Zeit und setzt auf technische Innovation. Torlinientechnik, VAR und Funksysteme für die Unparteiischen gehören mittlerweile zum Alltag im Fussball.
Nun zeigt uns Uruguay eine digitale Neuerung für den Fussball, die man so nicht kommen sah. «Wieso braucht man im Zeitalter von Displays noch physische Gelbe und Rote Karten?», wird man sich in Südamerika gefragt haben. Und schwupps, streckte der Schiedsrichter im Cupspiel zwischen Nacional und Rentistas den Spielern ein Handy anstatt einer klassischen Karte ins Gesicht.
Gelber und roter Knopf
Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt. Der Schiedsrichter trug im Spiel keinen gelben und roten Karton mit sich, sondern ein Handy mit beidseitigem Bildschirm. An den Rändern sind ein gelber und ein roter Knopf angebracht. Will der Unparteiische einen Spieler verwarnen oder vom Platz stellen, muss er die entsprechende Taste drücken und die beiden Displays leuchten in der gewählten Farbe auf.
Danach muss der Schiedsrichter das zu bestrafende Team und den entsprechenden Spieler auswählen. Auch Tore und Wechsel sind auf dem Gerät zu erfassen. Das Handy ersetzt also den klassischen Notizblock der Schiedsrichter.
In der genannten Partie wurde die neue Technik zum ersten Mal eingesetzt. Mehrmals musste Spielleiter Eduardo Varela sein Handy zücken, um Spieler zu verwarnen. Kurz vor Schluss drückte er dann gar auf den anderen Knopf und zeigte einem Akteur den roten Bildschirm.
Allerdings hat das Gerät noch einige Mängel. Das rote Display war aus der Distanz nur schwer zu erkennen. Der Leiter der Schiedsrichterabteilung in Uruguay, Marcelo de León (53), sagt zur neuen Technik: «Wir haben einige Tests durchgeführt und hatten dabei Probleme mit der Beleuchtung.» Trotzdem ist er überzeugt vom Schiedsrichter-Handy. «Es verbessert die administrative Arbeit der Unparteiischen.»
Nino Vinzens (nvi) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Seine Expertise verteilt sich hauptsächlich auf die Sportarten Fussball, Ski Alpin und Eishockey.
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