Technologie zur Kühlung – Japan zeigt sich im Kampf gegen die Hitze erfinderisch

In einer Messehalle in Tokio präsentieren 200 Unternehmen ihre neuesten Hightech-Produkte gegen die Hitze. Denn in Japan sind die Sommer besonders hart: Die Temperaturen können die 40 Grad überschreiten, bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit, was das Gefühl von Schwüle noch verstärkt.
Zu den Innovationen gehören ein kühlendes Halsband, ein Oberteil mit fix installiertem Sonnenschirm und ein thermoregulierendes T-Shirt. Letzteres besteht aus einem Stoff, der mit einer Technologie zur Wärmeabsorption ausgestattet ist.
«Man muss es nur fünf Minuten vor dem Hinausgehen in den Kühlschrank legen, und die Temperatur des Stoffes bleibt dann 30 bis 40 Minuten lang bei 28°C, auch auf der Strasse», erklärt Tomoya Kobayashi, Direktor des Bekleidungsunternehmens Footmark, das dieses Spezial-T-Shirt herstellt. «Selbst wenn es draussen sehr heiss ist, spürt man einen kühlenden Effekt.»
Das Produkt kostet 18 Franken pro Stück. Es wird ausschliesslich in Japan vertrieben. «Das Wichtigste ist, Hitzeschläge zu vermeiden und dass die Temperatur unseres Körpers nicht ansteigt», sagt eine Messebesucherin. «Das gefällt mir an diesem T-Shirt.»
So sehen die coolsten Anti-Hitze-Gadgets aus Japan aus:
Ein weiterer Renner in dieser Saison ist die Ventilator-Jacke. Ihre zwei integrierten kleinen Ventilatoren lassen die Luft unter dem Stoff zirkulieren und beschleunigen die Verdunstung des Schweisses. «Ich benutze sie jeden Tag, beim Jäten von Unkraut, beim Spazierengehen oder beim Autowaschen», erzählt Daisuke Katami, der eine solche Jacke besitzt. «Dieses Kleidungsstück ist für mich im Sommer unverzichtbar geworden.»
Ein boomender Markt
Lange Zeit waren solche Accessoires nur Fachleuten bekannt. Jetzt begeistern sie ein viel breiteres Publikum, von Schulkindern bis zu älteren Menschen. Der Markt für kühlende Accessoires macht heute in Japan 300 Millionen Schweizer Franken aus – und könnte in Zukunft noch weiter wachsen.
Eines der Unternehmen, das darauf setzt, ist Sony. Kenji Itoh, der Direktor von Sony Thermo Technology, sagt: «Ich würde gerne sehen, dass immer mehr neue Kühltechnologien auftauchen, so wie es bei den Mobiltelefonen geschehen ist.»
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