Dreister Bschiss bei Berlin-Marathon: Foto überführt Influencerin

- Die chinesische Fitness-Influencerin Abeeeer hat beim Berlin-Marathon am 27. September einen Teil der Strecke mit dem Velo zurückgelegt.
- Sie präsentierte ihre Zeit von 4:53:46 Stunden danach öffentlich als persönliche Bestleistung – und räumte den Regelverstoss inzwischen ein.
- Brooks China beendete die Zusammenarbeit mit ihr per sofort und entschuldigte sich für mangelnde Kontrolle.
Eine Fitness-Influencerin steht nach dem Berlin-Marathon in der Kritik. Die Chinesin, die unter dem Namen Abeeeer auftritt und in den sozialen Medien mehr als 500'000 Followerinnen und Follower zählt, hat einen Teil der Strecke mit dem Velo zurückgelegt. Anschliessend präsentierte sie ihre Zeit als persönliche Bestleistung.
Wie das britische Portal «LADbible» berichtet, veröffentlichte Abeeeer nach dem Rennen am 27. September einen Beitrag, in dem sie ihre bisherige Bestleistung auf 4 Stunden, 53 Minuten und 46 Sekunden verbesserte. Doch bald kamen Zweifel an der Leistung auf. Aufnahmen zeigten die Influencerin gegen Ende der Strecke auf einem Velo.
Ihre Laufdaten machen stutzig
Auch ihre Zwischenzeiten sorgten für Fragen. Laut «LADbible» absolvierte sie den Abschnitt zwischen Kilometer 35 und 40 deutlich schneller als die vorherigen. Ihre schnellsten fünf Kilometer des Rennens fielen damit ausgerechnet in eine Phase, in der sie bereits mehr als drei Stunden unterwegs war und die Erschöpfung entsprechend gross gewesen sein dürfte. Die auffälligen Zwischenzeiten passen zeitlich zu den Bildern, die sie auf dem Velo zeigen.
Die «Official Marathon Time Integrity Unit» (OMTIU), ein auf Instagram aktiver Account, der verdächtige Marathonresultate untersucht, griff den Fall ebenfalls auf. Zunächst wäre noch denkbar gewesen, dass Abeeeer nach der Velofahrt aus dem Rennen ausgestiegen war. Sie überquerte jedoch später die Ziellinie und stellte ihr Resultat danach öffentlich als persönliche Bestleistung dar.
«Ich schäme mich zutiefst dafür»
Inzwischen hat Abeeeer den Regelverstoss selbst eingeräumt. In einer öffentlichen Entschuldigung bestätigte sie, während des Marathons ein Velo benutzt zu haben. Dafür gebe es «keinerlei Rechtfertigung», schrieb sie. Zwar habe sie sich während des Rennens körperlich unwohl gefühlt. Das dürfe aber kein Grund sein, gegen die Regeln zu verstossen.
Besonders deutlich äusserte sie sich zu ihrem Verhalten nach dem Rennen. Sie habe die Velofahrt in ihren öffentlichen Äusserungen «bewusst verschwiegen». Das sei «äusserst unehrlich» gewesen und habe dem Gedanken eines fairen Wettkampfs widersprochen. «Ich schäme mich zutiefst dafür», schrieb die Influencerin. Sie wolle ihr Verhalten nun gründlich reflektieren und akzeptiere die Kritik.
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Sportmarke beendet per sofort Zusammenarbeit
Der Vorfall hat für Abeeeer auch geschäftliche Folgen. Gemäss dem französischen Laufportal «U-Trail» beendete Brooks China die Zusammenarbeit mit der Chinesin. Die Sportmarke hatte sie im Zusammenhang mit dem Marathon mit Ausrüstung unterstützt.
In einer von der OMTIU veröffentlichten Stellungnahme räumte Brooks China zudem Fehler bei der eigenen Kontrolle ein. Nach dem Rennen habe man zwar das Resultat sowie die bereitgestellten Texte, Bilder und Videos überprüft, den gesamten Rennverlauf und insbesondere die Zwischenzeiten aber nicht gründlich genug kontrolliert.
Brooks China entschuldigte sich bei Läuferinnen, Läufern und Kunden. Laut «U-Trail» will das Unternehmen zudem die Auswahl und Überwachung seiner Markenbotschafter überprüfen. Eine weitere Zusammenarbeit mit Abeeeer schloss die Marke aus.
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Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.
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