Bald alle Fische tot? Gemeinde hat zu wenig Frischwasser für See

- Den Fischen im Stadlersee bei Niederglatt ZH droht das Wasser auszugehen. Bereits jetzt treiben tote Tiere an der Oberfläche.
- Eine Notabfischung wurde abgelehnt. Die Gemeinde hofft auf baldige Niederschläge zur Entspannung der Lage.
- Gemäss der Baudirektion des Kantons Zürich, bei der die kantonale Fischerei- und Jagdverwaltung angesiedelt ist, ist eine Notabfischung sowohl für beteiligte Personen als auch für die Fische zu riskant.
Trotz des Regens der letzten Woche sind die Folgen des Hitzesommers weiterhin spürbar. So auch am Stadlersee im Kanton Zürich. Der See gleicht einem Teich – sowohl am Ufer als auch an Stellen mitten im See ragen trockene Stellen hervor. Den Fischen, die noch leben, droht der Erstickungstod.
Am Sonntagabend bemerkte auch ein 34-jähriger Mann aus dem Kanton Zürich die ernste Lage: «Ich gehe gerne mit meinem Hund um den Stadlersee spazieren. Bei einem unserer Spaziergänge fiel mir auf, dass das Wasser schon fast ganz weg war.»
Mann versuchte Fische zu retten
Überall habe er an der Wasseroberfläche bereits verendete Fische entdeckt. Ein älterer Mann versuchte, einige Fische zu retten, so der 34-Jährige. «Doch sie sprangen immer herum, was die Rettung schwierig gestaltete. Er meinte noch zu mir, er könne sich nicht erinnern, in den letzten 40 Jahren je einen so tiefen Wasserstand gesehen zu haben.»
«Sicherstellung der Trinkwasserversorgung wichtig»
Es sei schade, den See in diesem Zustand zu sehen – zumal der Ort sonst «sehr belebt und schön ist». Auf seinen Spaziergängen habe er immer wieder verschiedene Wasservögel beobachtet. Der 34-Jährige spekuliert: «Vielleicht müssen wir künftig einfach damit leben, dass es immer weniger Wasser geben wird.» Bis Ende Woche würden wohl kaum noch Fische im See überleben.
Als «kritisch» bezeichnet die Gemeinde die aktuelle Situation. Die kantonale Fischerei- und Jagdverwaltung hat eine Notabfischung dennoch abgelehnt. Die kantonale Fachstelle empfiehlt, bis zu den nächsten Niederschlägen Frischwasser über einen Hydranten in den See einzuleiten.
Allerdings kann die Gemeinde Stadel dieser Empfehlung nicht nachkommen. «Aufgrund der erheblichen Wassermengen, die dafür erforderlich wären, und des trockenen Sommers muss weiterhin ein besonderes Augenmerk auf die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung gelegt werden.» Sie hofft nun auf Niederschläge.
«Risiko, dass Fische die Rettung nicht überleben»
Auf Anfrage bestätigt der Kanton, dass die Notabfischung abgelehnt wurde. «Zum einen würden bei einer Abfischung grosse Mengen an Sedimenten aufgewirbelt, was den Sauerstoffgehalt im Restwasser senkt.» Das Risiko bestehe, dass die Fische die Rettung nicht überleben.
Zum andern wäre die Aktion sehr aufwendig und berge ein Unfallrisiko für die beteiligten Personen, die im tiefen Schlick versinken könnten.
Du weisst von einem Tier in Not?
Hier findest du Hilfe:
Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)
Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)
GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)
Tierquälerei:
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