McDonald's plant neue Filiale neben Kino Abaton – Anwohner wütend

- McDonald's plant im Steinfels-Areal an der Heinrichstrasse 267 in Zürich eine neue Filiale neben dem Kino Abaton auf dem Steinfels-Areal.
- Das eingeschossige Lokal mit 161 Innenplätzen und Drive-In soll freitags und samstags bis 6 Uhr morgens offen sein.
- Anwohnende, die über Schlafzimmer direkt oberhalb der Filiale verfügen, wollen bei einer Bewilligung Einsprache erheben.
Auf dem Steinfels-Areal an der Heinrichstrasse 267l, nur einen Steinwurf vom Kino Abaton entfernt, plant McDonald’s ein neues Restaurant. Dagegen wollen sich die Anwohnenden nun wehren, berichtet «Inside Paradeplatz». Sie sollen sich in einer Chatgruppe organisieren. Darin schreibt ein Admin: «Möglichst viele betroffene Anwohnerinnen und Anwohner sollten während der Auflagefrist ein Zustellbegehren stellen. Damit erhält man Einsicht in alle Unterlagen des Baugesuchs. Das ist noch keine Einsprache und verpflichtet zu nichts.»

Offenbar haben sich die Anwohnenden bereits mit den Altstadtbewohnern im Kreis 1 ausgetauscht – denn auch diese Nachbarn wehren sich gegen eine McDonald's-Eröffnung am Limmatquai.
Am Wochenende bis 6 Uhr morgens geöffnet
20 Minuten hat das Baugesuch von der Heinrichstrasse eingesehen. Geplant ist ein eingeschossiges Lokal mit 161 Innenplätzen, McCafé, Take-away, McDelivery und einem Drive-In. Es wird keine Kundenparkplätze geben, dafür zwölf Veloabstellplätze. Das Restaurant soll sonntags bis mittwochs bis 2 Uhr geöffnet sein, am Donnerstag bis 4 Uhr und am Freitag und Samstag gar bis 6 Uhr.
Laut Baugesuch wird eine Aussenbestuhlung vorerst nicht beantragt – sie müsste später in einem separaten Verfahren bewilligt werden. McDonald’s rechnet mit 5000 bis 6000 Bestellungen pro Woche. Rund 65 Mitarbeitende, zwei Drittel davon in Teilzeit, sollen dort arbeiten.

Die Warenlieferungen sollen je nach Bedarf mehrmals pro Woche erfolgen – und das Logistikunternehmen soll bei der Rückfahrt Recyclingmaterial mitnehmen. Zudem ist ein Entsorgungskonzept in Zusammenarbeit mit der Gemeinde vorgesehen. McDonald’s will auch zusätzliche Abfalleimer aufstellen sowie mehrmals pro Tag Aufräumtouren im Umfeld des Restaurants machen.
«Betrunkene werden ganze Nacht Burger holen»
Anwohnerinnen, Anwohner und Gewerbetreibende im Umfeld des Steinfels-Areals befürchten, dass die langen Öffnungszeiten, der Take-away-Betrieb und die Lieferdienste zu zusätzlichem Nachtlärm, mehr Verkehr, Geruch, Abfall und Verschmutzung führen könnten, schreibt Inside Paradeplatz. Sollte die Stadt das Vorhaben bewilligen, wollen die Gegner mit Einsprachen antworten.
Vor Ort sagen Anwohnende zu 20 Minuten, dass viele Schlafzimmer zur «Schlucht» hin gebaut wurden – dass sie also exakt oberhalb der geplanten McDonald's-Filiale liegen. «Es braucht Gastronomie, aber eine, die irgendwann Feierabend macht», sagt eine Anwohnerin, deren Nachbarin nickend zustimmt. «Wir haben nichts gegen Restaurants, aber wir wollen nicht unbedingt, dass lärmende Betrunkene sich die ganze Nacht über einen Burger holen.»
Steinfels ist auch ein Familienquartier
Was die beiden Frauen stört: Man gehe davon aus, das Quartier bestehe nur aus Büros und Ausgehmeile. Doch hier habe sich in den letzten 20 Jahren ein familienfreundliches Quartier mit zwei Schulen in unmittelbarer Nähe entwickelt – auch mit dem Willen der Stadt Zürich.
«Hier wird auch gelebt und Familien haben sich ein Umfeld aufgebaut. Dem sollte die Stadt auch Rechnung tragen.»
Was hältst du davon, wenn in deinem Wohnquartier ein Fast-Food-Restaurant mit langen Öffnungszeiten eröffnet?
Immer wieder Widerstand gegen Mc-Filialen in Zürich
Widerstand gegen McDonald's-Restaurants haben in Zürich eine lange Tradition.
Am Limmatquai scheiterte kürzlich ein McDonald’s-Projekt am Widerstand aus der Nachbarschaft: Es war eine zweigeschossige Filiale mit 24 Aussenplätzen geplant. Gegen die Bewilligung erhoben 15 benachbarte Mieter und Eigentümer Einsprache. Das Baurekursgericht hob die Baubewilligung auf, weil die vorgesehenen Frontkamine, darunter ein über zehn Meter hoher Kamin, nach seiner Beurteilung das historische Umfeld zwischen den Zunfthäusern beeinträchtigten.
Ebenfalls Widerstand mit 6500 gesammelten Unterschriften gab es 2014 gegen einen Mc beim Zürcher Schauspielhaus: McDonald’s plante damals eine Filiale an der Ecke Rämistrasse und Hottingerstrasse. Die Stadt erteilte zwar eine Baubewilligung mit Auflagen, aber Anwohner gingen mit Rekursen dagegen vor. McDonald's zog das Vorhaben dann von sich aus zurück. Ausschlaggebend waren laut der Fastfood-Kette wirtschaftliche Überlegungen sowie fehlende Lösungen für die Warenanlieferung und die Gästeströme.
Céline Trachsel (ct), arbeitet seit 2023 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Zürich.
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