400-jähriges Haus soll weg: Ueli Maurer mischt bei Luxusbau mit

- In Vitznau LU soll ein rund 400 Jahre altes Bauernhaus abgerissen werden, um zwei sechssstöckige Gebäude mit 27 Luxuswohnungen zu bauen.
- Alt-Bundesrat Ueli Maurer sitzt im Verwaltungsrat der Schultheiss Holding Schweiz AG, die hinter dem Projekt steckt.
- Die Wohnungen sollen zwischen zwei und vier Millionen Franken kosten – Anwohnende planen Einsprachen und eine Petition.
Ein rund 400 Jahre altes Bauernhaus soll abgerissen werden und an seiner Stelle sollen dafür Luxuswohnungen entstehen: Ein Bauprojekt sorgt aktuell in Vitznau im Kanton Luzern für Ärger, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt. Mit dabei ist auch Alt-Bundesrat Ueli Maurer, der im Verwaltungsrat der Immobilienfirma sitzt, die hinter den Plänen steckt.
Die alte Grosserle steht mitten im historischen Dorfkern. Geplant sind dort zwei sechsstöckige Gebäude mit insgesamt 27 Eigentumswohnungen. Die Wohnungen dürften zwischen zwei und vier Millionen Franken kosten.
18 Meter hohe Bauten statt Blick auf Kirchturm
Bei Anwohnenden kommt das schlecht an. Josef Kosak lebt seit fast 25 Jahren direkt neben dem Grundstück. Statt auf den Kirchturm würde er künftig auf die 18 Meter hohen Neubauten blicken. «Ich habe schlaflose Nächte», sagt er gegenüber der «Luzerner Zeitung».
Was denkst du über den Abriss historischer Gebäude für moderne Luxuswohnungen?
Hinter dem Projekt steht die Schultheiss Holding Schweiz AG, der Schweizer Ableger eines deutschen Immobilienunternehmens. Maurers Beteiligung sorgt im Dorf auch politisch für Diskussionen. Anwohnerin Heidi Hostettler verweist auf die Haltung der SVP gegenüber ausländischen Immobilienkäufen. Die Partei setzt sich derzeit für strengere Regeln ein. «Die SVP versucht gerade, die Lex Koller zu verschärfen – und Maurer macht hier in Vitznau genau das Gegenteil», sagt sie.
Bauernhaus steht nicht unter Denkmalschutz
Ob das Bauernhaus tatsächlich verschwindet, ist noch offen. Obwohl es rund 400 Jahre alt ist, steht es nicht unter Denkmalschutz. Gegen das Bauprojekt sind Einsprachen geplant, auch eine Petition ist im Gespräch. Maurer selbst äusserte sich auf Anfrage der Zeitung nicht zum Projekt.

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