CNN TürkBenzine kademeli ÖTV artışıPunch10 major highlights of Tinubu’s 66th Independence Day addressThe Jerusalem PostShin Bet heads to Dubai to coordinate return flights after flydubai hijacking causes suspensionRTP DesportoTiago Luís Pereira, bronze no triplo nos Mundiais `indoor`, é a mais recente saída do SportingESPNJJ Gabriel and the 'nightmare' battle for Premier League academy talentInquirerWATCH: Sara Duterte impeachment trial | Oct. 1, 2026Bollywood HungamaBigg Boss 20: Rhiti Tiwari evicted in surprise mid-week exit after captaincy task? Here’s what we know!Egypt IndependentUS troops complete Iraq exit, as Iran and its allies celebrateNHK 社会高齢者の医療費窓口負担 見直しに向けて議論開始 厚労省20 MinutenGeldsorgen nach Long Covid: Cora Schumacher will auswandernWirtualna PolskaCiepły początek października. Nawet 25 stopniRTL BoulevardNederland haalt 'alles uit de kast' om Bolle Jos uit Sierra Leone te krijgen
The Daily Newsstand · Free, Always
Thursday, October 1, 2026

Häusliche Gewalt – «Ich habe mich vergewaltigen lassen»

Translate

Katharina erzählt von häuslicher Gewalt, sexuellen Übergriffen, ihrer Flucht mit den Kindern und dem Neuanfang nach dem Frauenhaus. Schutz findet sie damals in Winterthur. Denn in ihrem Wohnkanton Thurgau gibt es kein Frauenhaus. Aktivistinnen wollen das ändern.

01.10.2026, 06:34

«Befreiung, endlich weg, endlich frei.» So beschreibt Katharina ihre Gefühle während ihrer Flucht. Sie verlässt ihren Mann, nach 19 Jahren Beziehung. Und erzählt von Erniedrigungen, psychische Gewalt und Sex gegen ihren Willen.

Katharina heisst in Wirklichkeit anders. Sie bleibt anonym. Ihr Ex-Mann habe alles bestimmt. «Er war der Chef. Ich war wertlos, unfähig», sagt sie in der «Rundschau». Oft habe er sie als «Ekel» beschimpft. Vor ihren beiden Söhnen versuchte Katharina vieles zu verbergen. «Ich erzählte ihnen nie, was wirklich abgeht.»

«Wenn eine Frau Nein sagt, meint sie Ja»

«Ich habe mich vergewaltigen lassen», sagt Katharina. Ein Nein habe der Mann häufig nicht akzeptiert. «Wenn eine Frau Nein sagt, meint sie Ja», habe der Ex-Mann gesagt. Sie habe gewusst: Hat er am Samstagmorgen Sex, gibt es am Wochenende keinen Wutanfall. «Ich machte alles, damit es meinen Kindern gut geht.» Der Ex-Mann habe mehrfach mit Suizid gedroht, sogar damit, die ganze Familie zu töten. «Er hat gesagt, er wolle Gift besorgen.»

Doch sie bleibt - jahrelang. Bis sie eines Morgens mit ihren Söhnen in ein Taxi steigt. «Wir gehen jetzt weg, an einen sicheren Ort», habe sie ihnen gesagt. Ziel: das Frauenhaus in Winterthur. Dafür müssen sie die Kantonsgrenze überqueren. Im Thurgau, wo sie leben, gibt es kein Frauenhaus.

Schutz gibt es nur ausserhalb der Kantonsgrenze

Schweizweit fehlt es an Schutzplätzen. Der Kanton Thurgau ist mit über 300'000 Einwohnerinnen und Einwohnern der bevölkerungsreichste Kanton ohne Frauenhaus. Betroffene Frauen und Kinder schickt der Kanton nach Winterthur ins Frauenhaus – mittels Leistungsvereinbarung.

Letztes Jahr bearbeitete der Thurgau Gesuche um Schutzunterbringung für 25 Frauen und 27 Kinder. Doch in der Ostschweiz inklusive Kanton Zürich sind die Frauenhäuser stark ausgelastet. 2025 im Schnitt zu 89 Prozent.

«Ich war im freien Fall»

An ihren ersten Abend im Frauenhaus erinnert sich Katharina gut. Eine Betreuerin habe zu ihr gesagt: «Jetzt geht es um dich. Jetzt bist du wichtig.» Katharina ist damals fast 50 Jahre alt und hört diese Worte zum ersten Mal. «Ich war im freien Fall und bin dort sanft gelandet.»

Trotzdem wäre sie lieber im Thurgau geblieben. «Für die Kinder wäre es vielleicht weniger schlimm gewesen, wenn sie schneller wieder in ihr Umfeld und ihre eigene Klasse hätten zurückkehren können.»

Druck auf den Thurgau wächst

Dass Frauen wie Katharina den Kanton verlassen müssen, stösst auf Kritik. Seit Monaten fordert das Feministische Streikkollektiv Thurgau ein Frauenhaus für Thurgauerinnen. Sie lancierten Demonstrationen und Mahnwachen, um auf ihre Forderung aufmerksam zu machen. Mehr als 16'000 Menschen unterstützen mittlerweile ihre Petition.

Im Grossen Rat gibt es inzwischen eine breite Allianz: SP, Grüne, Mitte/EVP, GLP und FDP sprechen sich für ein Thurgauer Frauenhaus aus oder fordern die Regierung auf, die Situation neu zu prüfen.

Nach dem Frauenhaus musste Katharina erstmals Job und Wohnung suchen. Heute ist sie berufstätig und geschieden. Die «Rundschau» hat ihren Ex-Mann mit den Vorwürfen konfrontiert. Er will sich nicht dazu äussern. Katharina ist froh, hat sie den Schritt gewagt: «Es war die beste Entscheidung meines Lebens: gehen, alles hinter mir lassen und neu anfangen.»

View the original on SRF News →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.